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Ausstieg aus Klimaabkommen: 2009 dachte Trump noch ganz anders über den Klimawandel

Donald Trump hat den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt. Offen bleibt die Frage, ob der US-Präsident an den Klimawandel glaubt. Offenbar hat sich seine Auffassung darüber seinen politischen Plänen angepasst.

Donald Trump Klimawandel

Donald Trump führt die USA mit dem Ausstieg aus dem Pariser Klimavertrag immer mehr in die internationale Isolation

"Früher war alles besser" - der Spruch über die gute alte Zeit ist natürlich meist Unsinn oder lediglich Ausdruck dafür, dass Menschen sich mit Neuerungen und Fortschritt oft schwer tun. Für die Auffassung des US-Präsidenten in Sachen Klimaschutz gilt das nicht: Da war tatsächlich "früher alles besser".

Denn Donald Trump zählte im Jahr 2009 zu den Unterzeichnern eines offenen Briefes an seinen Vorgänger im Amt, Barack Obama, wie die "New York Times" berichtet. In dem Brief, der als ganzseitige Anzeige in US-Zeitungen erschien, forderten Trump und andere Unternehmerpersönlichkeiten Obama auf, er solle Investitionen in erneuerbare Energien fördern und die Welt im Kampf gegen den Klimawandel anführen. Trump war also mal ein echter Klimaschützer - zumindest auf dem Papier. 

Acht Jahre später ist alles anders

Acht Jahre später kündigte er als US-Präsident das Pariser Klimaschutzabkommen, das 195 Staaten unterzeichnet haben. Die USA stehen jetzt an der Seite von Nicaragua und Syrien, die ebenfalls die Unterschrift verweigerten.

In seiner 30-minütigen Rede am Donnerstag, in der er den Ausstieg aus dem Klimavertrag einer geschockten Weltöffentlichkeit verkündete, ließ  Trump offen, wie er wirklich über den Klimawandel denkt. Er begründete den Ausstieg allein mit ökonomischen Kriterien. Ob er den Klimawandel bestreitet oder ob er die wissenschaftlichen Erklärungen anzweifelt, sagte er nicht.

Donald Trump vollzog Meinungswandel - offiziell

Tatsache ist, dass Trump spätestens seit 2012 einen Meinungswandel vollzog. In diesem Jahr twitterte der Immobilienmilliardär erstmals seine Auffassung über die globale Erwärmung: "Das Konzept der Erderwärmung wurde von und für Chinesen geschaffen, um die amerikanische Produktion wettbewerbsunfähig zu machen."


Trump setzt den Tweet am 6. November ab. Es war der Tag der Präsidentschaftswahl. Der Demokrat Obama schlug den republikanischen Herausforderer Mitt Romney deutlich. Trump hatte Romney großzügig unterstützt. Als sich dessen Niederlage abzeichnete, muss Trump beschlossen haben, selbst in den Ring zu steigen. In seinem Tweet eröffnete er den Wahlkampf und brachte sofort zwei Themen zusammen: Klimawandel als Fessel der US-Wirtschaft und China als Hort des Bösen. Dieser Linie ist er bis heute treu geblieben. 

US-Präsident Donald Trump - im Profil fotografiert - spricht vor dem Weißen Haus in ein Mikrofon und gibt eine Erklärung ab