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Abrüstungskonferenz in Ägypten: Israel dementiert direkte Gespräche mit Iran in Kairo

Israel hat Medienberichte über direkte Atomgespräche mit dem Iran dementiert. Vertreter der beiden verfeindeten Staaten nahmen vergangenen Monat an einer internationalen Konferenz zur nuklearen Abrüstung in Ägypten teil.

Israel hat Medienberichte über direkte Atomgespräche mit dem Iran dementiert. Vertreter der beiden verfeindeten Staaten nahmen vergangenen Monat an einer internationalen Konferenz zur nuklearen Abrüstung in Ägypten teil. Sie hätten sich aber weder getroffen noch direkt miteinander gesprochen, sagte eine Sprecherin der israelischen Atomenergie-Kommission am Donnerstag. Die australische Zeitung «The Age» hatte zuvor berichtet, während der zweitägigen Konferenz sei es zu einem «harten Meinungsaustausch» zwischen den beiden Erzfeinden gekommen. Das Blatt berief sich auf Teilnehmer der von Australien organisierten Veranstaltung. Unterdessen dämpfte ein Vertreter des iranischen Parlaments die Hoffnungen auf eine Beilegung des Atomstreits mit Teheran. Der Iran nehme das Angebot, angereichertes Uran zur Aufbereitung ins Ausland zu verschiffen, nicht an, sagte der stellvertretende Parlamentspräsident Mohammad Resa Bahonar laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA. Der Generalsekretär der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, hatte am Mittwoch erklärt, ein Abkommen mit dem Iran sei in greifbare Nähe gerückt. Aus Diplomatenkreisen am Sitz der IAEA in Wien verlautete, bei dem Vertragsentwurf, auf den sich Unterhändler des Irans, Russlands und Frankreichs geeinigt hätten, gehe es darum, dass 75 Prozent des bereits angereicherten iranischen Urans nach Russland verschifft und dort zu Brennstäben für Kernkraftwerke aufbereitet würden. Damit soll sichergestellt werden, dass der Iran keine Atomwaffen bauen kann.

AP / AP
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