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Selbstmordattentat in Afghanistan Zahl der Toten nach Anschlag auf 50 gestiegen


Während eines Volleyball-Turniers in Afgahnistan mischt sich ein Attentäter unter die Besucher. Inmitten der Zuschauer sprengt er sich in die Luft. Traurige Bilanz: mindestens 50 Tote, 60 Verletzte.

Nach dem verheerenden Selbstmordanschlag bei einem Volleyballturnier in Afghanistan ist die Zahl der Toten auf mindestens 50 gestiegen. 60 Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der Regierung der Provinz Paktika am Montag. Nach Angaben der lokalen Behörden ereignete sich Vorfall in der östlichen Provinz Paktika. Der Attentäter habe sich unter die Hunderten Besucher des Final-Spiels gemischt und dann eine Bombe gezündet.

Bei den meisten Toten des Anschlags vom Sonntagabend habe es sich um Kinder und junge Männer gehandelt. Es war der tödlichste Selbstmordanschlag in diesem Jahr in Afghanistan. Zu der Tat kam es wenige Stunden, nachdem das Unterhaus des Parlaments in Kabul einer Fortsetzung des internationalen Militäreinsatzes im kommenden Jahr zugestimmt hatte. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Krankenhäuser überfüllt

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums sagte, die Krankenhäuser seien überfüllt. "Wir haben nicht genügend Kapazitäten, um alle Opfer gleichzeitig zu behandeln. Viele der Verletzten sterben im Krankenhaus oder auf dem Weg dorthin", sagte er.

Der afghanische Vizepräsident Abdul Raschid Dostum verurteilte den Anschlag am Sonntag über Twitter: "Dieser barbarische Angriff auf Zivilisten in Paktika ist inakzeptabel. Es ist ein Massaker und Terroristen sind für deren Tod verantwortlich".

Anschlag bereits Mitte Juli

Erst am Mittwoch hatte ein Anschlag mit einer Autobombe auf ein überwiegend von Ausländern bewohntes Viertel die Hauptstadt Kabul erschüttert. In Paktika waren Mitte Juli mindestens 89 Menschen bei einem Sprengstoffanschlag auf einem belebten Markt ums Leben gekommen. Damals war ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Menge gerast und zwischen den Ständen explodiert.

Zum Jahresende läuft in Afghanistan der Kampfeinsatz der internationalen Truppen aus. Ab 2015 sollen ausländische Soldaten die afghanischen Sicherheitskräfte nur noch beraten und ausbilden. Im Vorfeld des Abzugs haben die Anschläge in Afghanistan wieder zugenommen. Die radikal-islamischen Taliban waren 2011 von den US-geführten Truppen gestürzt worden.

lie/yps/Reuters Reuters

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