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Afghanistan: Christ werde laut Karsai nicht hingerichtet

In einen Telefongespräch soll Afghanistans Präsident Hamid Karsai versichert haben, dass der Ex-Muslim Abdur Rahman nicht hingerichtet werde. Das berichtet der kanadische Ministerpräsident.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat nach Angaben der kanadischen Regierung zugesichert, dass der zum Christentum übergetretenen Muslim Abdur Rahman nicht hingerichtet wird.

Dies habe Karsai ihm bei einem Telefonat zugesagt, sagte Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper am Donnerstag. Er habe Karsai angerufen, um seine Besorgnis über den Fall Rahman auszudrücken. Karsai habe ihm gesagt, er müsse nicht über eine Hinrichtung besorgt sein.

Keine offizielle Anklage

Rahman ist bislang nicht offiziell angeklagt. Ihm droht nach dem islamischen Gesetz, der Scharia, die Todesstrafe, weil er zum Christentum konvertiert ist und sich weigert, wieder zum Islam überzutreten. Die Scharia ist ein Baustein des afghanischen Rechtssystems. Mehrere westliche Länder, die Afghanistan militärisch und finanziell unterstützen - darunter Kanada, die USA und Deutschland - haben sich besorgt um das Schicksal des 40-Jährigen gezeigt. Sie forderten Afghanistan auf, die Religionsfreiheit zu achten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schaltete sich am Donnerstag persönlich in die Bemühungen zur Rettung Rahmans ein. Am Rande des EU-Gipfels in Brüssel sagte sie, sie habe mit Karsai telefoniert und den Eindruck gewonnen, dass in Afghanistan der Wille zu einer Lösung des Falles da sei.

Reuters / Reuters