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Kerry vermittelt in Wahlkrise Stimmen bei afghanischer Präsidentschaftswahl werden neu ausgezählt


US-Außenminister John Kerry ist nach Afghanistan gereist, um in der Wahlkrise zu vermitteln. Jede Stimme soll erneut ausgezählt werden. Der Zeitplan für die Amtsübergabe soll geändert werden.

In der Krise um die Präsidentenwahl in Afghanistan haben sich die Kontrahenten Abdullah Abdullah und Aschraf Ghani auf eine Überprüfung aller abgegebenen Stimmen geeinigt. Das erklärten die beiden Kandidaten sowie US-Außenminister John Kerry am Samstagabend in Kabul. Sie forderten den scheidenden Präsidenten Hamid Karsai dazu auf, die für den 2. August geplante Amtsübergabe zu verschieben, um für die Prüfung der Stimmen Zeit zu gewinnen. Mit der Einigung wurde das befürchtete Scheitern der ersten demokratischen Machtübergabe in der Geschichte Afghanistans zunächst abgewendet.

Kerry war am Freitag nach Kabul gereist, um im Streit um Betrugsvorwürfe bei der Stichwahl vom 14. Juni zu vermitteln. Seitdem führte er mehrere Gesprächsrunden mit Abdullah und Ghani sowie mit Präsident Karsai und dem UN-Sondergesandten Jan Kubis.

Nach dem vorläufigen Ergebnis liegt Ex-Finanzminister Ghani deutlich vor dem früheren Außenminister Abdullah. Abdullah hat das auf massiven Wahlbetrug zurückgeführt, das Ergebnis zurückgewiesen und den Sieg für sich reklamiert. Er hatte die erste Wahlrunde klar gewonnen.

Mit der Einigung ist die von der Wahlkommission für den 22. Juli geplante Bekanntgabe eines amtlichen Endergebnisses vom Tisch. Kerry hatte am Freitag vor einem Scheitern der Wahl gewarnt. Man sei "an einem sehr, sehr kritischen Zeitpunkt".

ono/DPA DPA

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