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AFGHANISTAN: Taliban erteilen Visa

Die afghanische Taliban-Regierung hat sich offenbar bereit erklärt, Diplomaten einreisen zu lassen. Noch immer werden vier Deutsche, denen christliche Mission vorgeworfen wird, von den fanatischen Taliban festgehalten.

Die Einreise deutscher, amerikanischer und australischer Diplomaten nach Afghanistan hat sich am Donnerstag verzögert. Ein Mitarbeiter des US-Botschaft in Islamabad sagte, die Taliban-Regierung habe bisher nicht die nötigen Einreise-Visa ausgestellt. Die Diplomaten seien jedoch zur sofortigen Abreise nach Kabul bereit, sobald alle Formalitäten erfüllt seien, sagte John Kincannon. In Kabul wollen sich die Diplomaten um die Freilassung der festgenommenen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now bemühen.

Die afghanische Botschaft in Pakistan teilte mit, die Visa sollten im Lauf des Donnerstags ausgestellt werden. Die Botschaft brauche zuvor aber noch weitere Informationen über die einreisenden Diplomaten.

Unterdessen durften drei der Festgenommenen vorübergehend in ihre Wohnungen zurückkehren. Die drei Frauen wurden von Wachmännern begleitet und verließen ihr Haus wenig später wieder mit mehreren Koffern. Die 24 festgenommenen Mitarbeiter - vier Deutsche, zwei Amerikaner, zwei Australier und 16 Afghanen - werden der Missionierung zum Christentum

beschuldigt. Shelter Now weist den Vorwurf. Die acht Ausländer werden in einer Besserungsanstalt festgehalten, die 16 Afghanen an einem unbekannten Ort.

Die Taliban haben erklärt, die Ausländern müssten mit einer Haftstrafe und der Ausweisung aus dem Land rechnen. Den Afghanen droht dagegen die Todesstrafe. Andere Hilfsorganisationen erklärten unterdessen, trotz des Vorfalls ihre Arbeit fortzusetzen. »Wir arbeiten gemäß den Gesetzen des Landes und werden weitermachen wie bisher«, sagte Thierry Bionin von der Organisation Ärzte Ohne Grenzen.

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