Afrika Staatslenker im Schlaraffenland


Luxuslimousinen, Chauffeure, Köche, Gärtner und Adjutanten sind längst nicht alles, worauf sich aus dem Amt scheidende Staatschefs in Afrika freuen dürfen. Wie selbstverständlich werden schnell noch passende Gesetze verabschiedet.

Machtwechsel im südlichen Afrika: In Namibia und Mosambik bereiten sich die Präsidenten nach mehr als anderthalb Jahrzehnten an der Staatsspitze aufs Altenteil vor. Für eine sanfte Landung ist gesorgt. Wenn der namibische Staatschef Sam Nujoma am 20. März - dem Unabhängigkeitstag der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika - die Macht an seinen Nachfolger Hifikepunye Pohamba übergibt, muss er nicht darben. Ihn erwartet als Staatsoberhaupt außer Diensten ein sattes Ruhestandspaket.

Chauffeure, Köche und Gärtner

Der Staat gönnt ihm neben einem aus Luxuslimousine, Gelände- und Pritschenwagen bestehenden Fuhrpark drei Chauffeure, zwei Köche, drei Haushaltshilfen, zwei Gärtner, zwei Kellner, zwei Wäscherinnen, zehn Sicherheitsbeamte, zwei Sekretärinnen, zwei Adjutanten und zwei Bürohilfen. Rechtzeitig zur Wahl hat das Parlament mit den Stimmen der Regierungspartei SWAPO ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, um Nujoma den Übergang in die Rente zu versüßen. Er und seine Frau Kovambo erhalten nach Medienberichten Diplomatenpässe und können bis zu sechs nationale und vier internationale Erster-Klasse-Flüge jährlich beanspruchen.

Nach drei Amtsperioden steht dem "Vater der Nation" bis zum Ableben ein steuerfreies Altersruhegeld zu, das seinem Grundgehalt beim Ausscheiden aus der Staatsführung entspricht. Hinzu kommt ein steuerfreies Jahresgehalt. Die Kosten für die Unterhaltung des Fuhrparkes und der Büroeinrichtung werden vom Staat getragen.

In Mosambik, wo die am Mittwoch begonnenen zweitägigen Wahlen ebenfalls das Ende einer langjährigen Präsidentenära einläuten, wurde ebenfalls vorgesorgt. Wenn der seit 18 Jahren regierende Joaquim Chissano seinem Nachfolger die Macht überträgt, wird er ein zwei Millionen Dollar teures Anwesen in dem Ort Catembe beziehen können, mit Blick über die malerischen Bucht von Maputo, wie südafrikanische Medien berichten. Nach Kritik aus der Opposition des bitterarmen Lands hieß es, Chissano erhalte dort nur lebenslanges Wohnrecht.

Von der Politik ins öffentliche Leben

Wie Nujoma will auch Chissano nach dem Rückzug aus der aktiven Politik im öffentlichen Leben weiter eine Rolle spielen. Nujoma bleibt Vorsitzender der SWAPO, Chissano will eine Stiftung gründen. Gemeinsam ist ihnen der in Afrika noch nicht selbstverständliche Aspekt, dass sie freiwillig Nachfolgern Platz machten. Nujoma, Chissano und zuvor schon Sambias damaliger Präsident Frederick Chiluba, gaben damit im südlichen Afrika ein Beispiel, dem noch nicht alle folgen.

In Simbabwe etwa hat der 86-jährige autokratisch herrschende Präsident Robert Mugabe auch nach mehr als zwei Jahrzehnten noch nicht genug von der Macht. Dabei wartet der Ruhesitz schon: sein großzügig gestaltetes Anwesen in der Hauptstadt Harare mit mehreren Schlafzimmern, Büros und Bädern wurde vor kurzem fertig gestellt.

Ralf E. Krüger/DPA DPA

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