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Gehälter von EU-Beamten Schlaraffenland mit Vollversorgung


EU-Beamte müssen nicht darben, das ist bekannt. Dass aber gleich 4365 von ihnen nach Informationen der "Welt am Sonntag" mehr verdienen als die Bundeskanzlerin, erstaunt dann doch.

Der britische Premier David Cameron war sichtlich empört, als er vorrechnete, dass ein paar Hundert Eurokraten mehr verdienten als er selbst. Damit müsse Schluss sein, polterte er. Prompt wurde ihm Populismus vorgeworfen. Dabei hatte er noch mehr Grund wie einst Magaret Thatcher zu rufen: "I want my money back!"

Die deutsche Tageszeitung "Welt am Sonntag" hat nachgerechnet, und tatsächlich lag der Premier falsch, denn es sind noch sehr viel mehr: Anstatt ein paar Hundert gehen Tausende EU-Beamte mit mehr Geld nach Hause als ein europäischer Regierungschef. Den EU-Gewaltigen füllen dabei zwei Effekte die Taschen. Das eine sind – wenig verwunderlich – vergleichsweise üppige Gehälter. Der andere sind die besonders günstigen EU-Steuersätze.

Mittleres Management sticht die Kanzlerin aus

Schon beim Bruttogehalt stechen bescheidene Posten die Kanzlerin aus. Die "Welt am Sonntag" führt das Beispiel eines Referatsleiters an. Eine Stelle mit Personalverantwortung für eine Abteilung mit ein paar Dutzend Mitarbeitern. Dafür würden typischerweise 16.358,80 Euro brutto im Monat gezahlt, etwa soviel wie Angela Merkel auf ihrem Gehaltszettel findet. Anders als die Kanzlerin stehen dem Mann aber weitere EU-typische Zulagen für Kinder, Haushalt und weitere Lebensumstände zu. Diese sind selbstverständlich steuerfrei.

Außerdem bleibt mehr Netto vom Brutto. Mit dieser Vision hat die EU-Verwaltung bei sich schon längst begonnen. EU-Beamte zahlen nämlich keine Steuern an ihren Heimatstaat oder an den des Wohnorts, sie zahlen direkt an die EU. Und die meint es gut mit ihren Steuerbürgern. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" betragen die Sozialabgaben lediglich 13,3 Prozent des Grundgehalts, die Steuersätze sind gering und die Progression bescheiden.

Netto 11.863,56 Euro würde der EU-Referatsleiter mit dem Bundeskanzlerinnengehalt nach den Berechnungen der "Welt am Sonntag" mit nach Hause nehmen. Stände er im Dienst des deutschen Staates müsste er monatlich rund 2000 Euro mehr Steuern zahlen.

Gernot Kramper

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