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Erneuter Schuss nach hinten : Erst Tanzstil, jetzt Freund - Konservative giften wieder gegen Ocasio-Cortez

Alexandria Ocasio-Cortez ist das neue Feindbild vieler konservativer Kräfte in den USA. Mal wird sie als "Marxistin", mal als "völlig unerfahren" kritisiert. Nun wird sie wegen ihres Freundes angegriffen. Doch damit blamieren sich die Kritiker mal wieder selbst.

Alexandria Ocasio-Cortez ist links, jung und ein Migrantenkind aus der Bronx

Alexandria Ocasio-Cortez ist links, jung und ein Migrantenkind aus der Bronx- und damit das Gegenbild zu Donald Trump

AFP

Zuerst war es ihre Herkunft. Dann ihre Kleidung. Schließlich ihr Tanzstil, ihre Wohnung, ihr Vermögen. Es gibt fast nichts an Alexandria Ocasio-Cortez, was den konservativen Kreisen in Amerika kein Dorn im Auge wäre. Und so war es wohl auch nur eine Frage der Zeit, bis sie das Liebesleben der 29-Jährigen ins Visier nehmen würden. Nun haben ihre Gegner einen vermeintlichen Angriffspunkt ausgemacht: das Beschäftigungsverhältnis des Partners der jungen Demokratin. Riley Roberts sei ein Angestellter ihres Stabs, behaupteten die Gerüchte, die am Freitag in die Welt gesetzt wurden.

Ihren Ursprung haben sie in der Entdeckung einer Email-Adresse von Roberts. Die enthält nämlich die Kombination "mail.house.gov“ - die Endung, die offizielle Email-Adressen des US-Repräsentantenhauses haben. Daraus schlussfolgerten die Gegner von Ocasio-Cortez, dass Roberts nun im Repräsentantenhaus angestellt sein muss. Sie witterten Vetternwirtschaft und twitterten eifrig los. Katrina Pierson, eine leitende Beraterin der Kampagne Trump 2020, schrieb über Ocasio-Cortez etwa: "Ihr Motto 'Jobs für alle' fängt wohl bei ihrem Freund an." Ein User namens Luke Thompson twitterte: "Während sie den Valentinstag feierten, entschied sich AOC [Abkürzung für Alexandria Ocasio-Cortez] wohl ihren Freund auf die Mitarbeiterliste zu setzten - dessen Gehalt die Steuerzahler bezahlen dürfen. Schön, dass sie sich so schnell an den Sumpf gewöhnt hat."

Alexandria Ocasio-Cortez bietet Paroli 

Der konservative Sender Fox News griff die Behauptungen auf, ebenso wie "Breitbart" und der "Daily Caller". Doch wie schon so manches Mal zuvor, ging der Schuss nach hinten los. Denn der Besitz einer solchen Email-Adresse bedeutet keineswegs, dass man im US-Repräsentantenhaus angestellt ist. "Von Zeit zu Zeit werden auf Anfrage Ehepartnern und Partnern von Mitgliedern Haus-E-Mail-Konten zur Verfügung gestellt, um den Kalender des Mitglieds einsehen zu können", erklärte ein Sprecher des Kongresses gegenüber der "Washington Post"

Ocasio-Cortez selbst erklärte nochmal dasselbe auf Twitter: Es sei üblich, Lebenspartnern von Abgeordneten solche Email-Konten zur Verfügung zu stellen und verstoße nicht gegen staatliche Vorschriften. Ihr Stabschef stellte unterdessen klar, dass Roberts in seinem Kongressbüro keine offizielle oder bezahlte Stelle innehat.

 

Quellen: "Washington Post", Twitter, Fox News 

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ivi/tkr