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Nach Amoklauf an US-College: Barack Obama: "Wir sind abgestumpft"

Schon wieder kam es in den USA zu einer Schießerei an einem College. Präsident Obama beklagt, dass dies mittlerweile "zu einer Art Routine" geworden sei und fordert einen neuen Anlauf für schärfere Waffengesetze.

US-Präsident Barack Obama wirkt nach dem Amoklauf am College von Roseburg verzweifelt

Wirkt verzweifelt und ratlos: US-Präsident Barack Obama

An einem College im US-Staat Oregon hat ein Bewaffneter mindestens zehn Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Nach Angaben der Polizei wurde der 26-jährige Schütze nach der Bluttat am Donnerstag von Beamten erschossen.

Der Schock in der kleinen Stadt Roseburg sitzt tief. Doch unter die Trauer mischt sich auch Wut. Auch Präsident Barack Obama äußerte sich im US-Fernsehen verärgert und betrübt zugleich zu der schrecklichen Bluttat. "Wir stumpfen ab", warnte er angesichts der Häufigkeit solcher Tragödien. "Wir können durchaus etwas dagegen tun, aber dafür müssen wir unsere Gesetze ändern", fuhr er fort. Er könne das freilich nicht im Alleingang durchsetzen. Er "brauche einen Kongress", der zur Zusammenarbeit bereit sei. " Die dort beide Parlamentskammern beherrschenden Republikanern hatten Obamas Anläufe, strengere Waffengesetze durchzusetzen, immer wieder blockiert. Gebete sind nicht genug", sagte er weiter. Es dürfe nicht sein, dass jemand, der anderen Menschen schaden wolle, in dem Land "so leicht" an Waffen gerate. 

"Wir sind taub geworden"

"Irgendwie ist es Routine geworden", so der verzweifelt wirkende Weltpolitiker über die wiederkehrenden Shootings, die Berichterstattung in den Medien als auch die anschließende Debatte. "Wir sind taub geworden." Er selbst scheint fassungslos über den Umstand, dass die Vereinigten Staaten als "einziges fortschrittliches Land der Erde diese Massen-Schießereien alle paar Monate erleben." Obama erinnerte an besonders prominente Fälle in Columbine und Aurora (Colorado), Newtown (Connecticut) und Charleston (South Carolina).

Er hoffe, in seinen 15 verbleibenden Monaten Amtszeit sein Beileid nicht noch einmal ausdrücken zu müssen, sagte er. Aber seiner Erfahrung nach könne er das nicht garantieren und fügte an: "Und es ist schrecklich, das zu sagen."


DPA / AFP