ANC in Südafrika Entscheidung über künftigen Parteichef


Beim 52. Parteitag des regierenden ANC in Südafrika geht es um die Wahl des Vorsitzenden. Neben Präsident Mbeki gilt sein Vize Zuma als aussichtsreichster Bewerber. Sollte Zuma gewinnen, hätte er auch beste Aussichten auf das Präsidentenamt.

In Südafrika hat der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) seinen 52. Parteitag in Polokwane fortgesetzt. Im Laufe des Tages steht nach bisheriger Planung die Bestimmung der neuen Parteiführung an. Für den Vorsitz beworben haben sich Präsident und Amtsinhaber Thabo Mbeki und sein Vize Jacob Zuma. Die Abstimmung war bereits für Sonntag anberaumt, verzögerte sich jedoch ebenso wie der Beginn des Parteitags, weil Zumas Anhänger zunächst ihr altes Kampflied aus der Zeit der Apartheid darboten: "Bring mir mein Maschinengewehr!"

Mbeki warnte die Delegierten in Polokwane vor einer Spaltung des ANC und hatte bei der Eröffnung des bisher größten Parteitags in der knapp 100-jährigen ANC-Geschichte zu moralischer Erneuerung und Geschlossenheit aufgerufen. Sollte Mbeki die Parteiführung an seinen bisherigen Stellvertreter im ANC verlieren, hätte Zuma beste Aussichten, 2009 auch südafrikanischer Präsident zu werden. Mbeki darf gemäß der Verfassung zu einer dritten Amtszeit nicht mehr antreten. Der Präsident forderte die Partei auf, die "moralische Kraft unserer Bewegung" wiederherzustellen. "In den Jahren seit unserer Befreiung 1994 sind gewisse negative und völlig inakzeptable Tendenzen in unserer Bewegung hervorgetreten, die das Überleben des ANC als zuverlässiger Diener des Volkes bedrohen, der er 96 Jahre war", sagte Mbeki.

Zuma bisher vor allem durch negativ Schlagzeilen aufgefallen

Die Vorgänge um seinen Herausforderer Zuma bezeichnete er als "die schwierigsten und schmerzhaftesten, mit denen wir in den vergangenen fünf Jahren konfrontiert waren". Mbeki hatte Zuma wegen des Verdachts auf Korruption und Betrug im Juni 2005 als Vizepräsidenten entlassen. Doch der Korruptionsprozess wurde im September 2006 wegen Verfahrensfehler und mangelnder Beweise eingestellt. Im Mai davor war Zuma bereits in einem Vergewaltigungsprozess freigesprochen worden. Jedes Mal verließ er den Gerichtssaal unter dem großen Jubel seiner zahlreichen Anhänger, die ihm über alle Anklagen hinweg die Treue hielten.

DPA/AP AP DPA

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