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Angeblich fehlerhafter US-Antrag: Behördenpatzer soll Snowden-Festnahme verhindert haben

Es sind bislang nur Spekulationen, Auslöser soll ein hoher Hongkonger Beamter sein: Ein sehr simpler Fehler der US-Behörden hat angeblich die Verhaftung von Whistleblower Edward Snowden verhindert.

Die USA hatten einen Antrag auf Festnahme von Edward Snowden gestellt, aber Hongkong ließ den Whistleblower dennoch ausreisen und nach Moskau fliegen. Für das Ignorieren des US-Antrages nannte Hongkong einen einfachen Grund: Der Antrag sei unvollständig gewesen, daher schickte man ihn mit der Bitte um zusätzliche Angaben wieder zurück.

Nun schießen im Netz Spekulationen ins Kraut, was an dem Antrag fehlerhaft gewesen sein soll. Auf Twitter findet sich ein Verweis auf den Hongkonger Justizstaatssekretärs Rimsky Yuen. Ihm zufolge habe es in den Papieren unterschiedliche Angaben gegeben, ob der zweite Vorname Snowdens nun "James" oder "Joseph" lautet. In Hongkong sei er als Edward Joseph Snowden geführt worden, im US-Antrag habe "James" als zweiter Vorname gestanden - oder schlicht "J."

Zweite Blamage für US-Behörden

Es wäre nicht die erste Blamage dieser Art für die US-Behörden. Schon nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon gab es Berichte, der spätere Attentäter Tamerlan Zarnajew sei vor der Tat unentdeckt geblieben, weil sein Nachname in unterschiedlichen Schreibweisen in US-Datenbanken zur Terrorbekämpfung geführt wurde.

Der zweite Vorname war aber wohl nicht das einzige Manko im Antrag der US-Behörden. Laut Handelsblatt bemängelte Rimsky Yuen noch einen weiteren Punkt: Im Antrag habe nicht einmal eine Passnummer gestanden.

Thomas Krause