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Angriff der Isaf-Truppe in Afghanistan: Nato entschuldigt sich für tote Zivilisten

Bei einem Luftangriff der Isaf in Logar in Afghanistan starben am Mittwoch 18 Zivilisten. Der US-Kommandeur der Schutztruppe entschuldigte sich nun persönlich bei den Angehörigen.

Der Kommandeur der Internationalen Afghanistan- Schutztruppe Isaf, US-General John Allen, hat sich für zivile Opfer bei einem Nato-Luftschlag Mitte der Woche entschuldigt. "General Allen ist heute nach Logar gefahren, um sich bei den Familien der Opfer zu entschuldigen und ihnen sein Beileid auszusprechen", sagte ein Sprecher der Nato-geführten Schutztruppe am Freitag. Allen habe dabei von einer "herzzerreißenden Realität des Krieges" gesprochen.

Am Mittwoch waren bei dem Nato-Luftschlag in der Provinz Logar im Osten des Landes nach afghanischen Angaben 18 Zivilisten getötet worden, darunter viele Kinder. Die Nato hat diese Zahl bislang nicht bestätigt, Untersuchungen liefen noch, hieß es. Zuvor hatte die Nato gemeldet, zwei Frauen seien verletzt worden.

Bei dem Einsatz in dem Haus eines Stammesältesten habe die Nato sieben Taliban-Kämpfer - darunter einen Kommandeur - getötet, sagte ein afghanischer Beamter. Diese hätten dort Zuflucht gesucht, ohne aber eingeladen gewesen zu sein, hieß es.

Neun Kinder und vier Frauen starben

Nach einem Schusswechsel hatte die Nato Luftunterstützung angefordert, sagte der Nato-Sprecher. Die Bewohner hätten das Haus trotz Aufforderung zuvor nicht verlassen. Den Berichten zufolge wurden der Stammesälteste und 17 seiner Familienmitglieder getötet - darunter neun Kinder und vier Frauen.

Afghanistans Präsident Hamid Karsai hatte daraufhin scharfe Kritik an der Nato geübt. Er rügte die Nato. "Nato-Operationen, die Zivilisten körperlichen und materiellen Schaden zufügen, können in keiner Weise gerechtfertigt, akzeptiert oder toleriert werden", sagte er.

kave/DPA / DPA
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