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Angriffe: Mehr als 130 Ziele im Südlibanon bombardiert

In der Nacht zum Freitag flogen israelische Kampfflugzeuge mehr als 130 Angriffe auf den Süden Libanons, dabei soll auch eine Kommandozentrale der Hisbollah zerstört worden sein. Auch der Gazastreifen wurde bombardiert.

Am 17. Tag der israelischen Offensive gegen die radikal-islamische Hisbollah-Miliz hat die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Freitag mehr als 130 Ziele im Libanon angegriffen. Dies gab ein Militärsprecher am Freitagmorgen bekannt. Die israelische Armee erklärte, sie habe Gebäude ins Visier genommen, in denen Waffen hergestellt und gelagert würden. Unter anderem seien Hisbollah-Stützpunkte in der östlichen Bekaa-Ebene beschossen wurden. Von hier aus schießt die Miliz Raketen auf Städte im Norden Israels ab.

Nicht bestätigen konnte der Sprecher Medienberichte, nach denen die Luftwaffe eine Kommandozentrale der Hisbollah im Südlibanon zerstört haben soll, in der die radikal-islamische Miliz ihre Raketenangriffe auf Nordisrael vorbereitete. Laut einem Bericht der israelischen Tageszeitung "Haaretz" befand sich diese Kommandozentrale in einem 12-stöckigen Gebäude in der Stadt Tyrus. Das Gebäude sei bei einem Luftangriff zerstört worden, hieß es weiter. Von Tyrus aus seien zahlreiche Raketenangriffe der Hisbollah auf die nordisraelische Hafenstadt Haifa geplant worden.

Die israelische Regierung will die Angriffe auf die Hisbollah entgegen der Empfehlung der Armee vorerst nicht ausweiten. Die Einsätze sollten unverändert fortgesetzt werden, hieß es nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts vom Donnerstag. Generalstabschef Dan Haluz kündigte die Mobilisierung von Zehntausenden Reservisten an. Dies löste Befürchtungen aus, Israel könne doch einen Einmarsch in das Nachbarland vorbereiten.

Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der israelischen Angriffe im Libanon am 12. Juli stieg nach libanesischen Angaben auf mindestens 420 Menschen. Zusätzlich starben 32 Hisbollah-Kämpfer, wie die Gruppe mitteilte. Auf israelischer Seite wurden 52 Menschen getötet, darunter 19 Zivilisten.

Keine Angriffe auf Syrien

Israel ließ unterdessen der syrischen Regierung eine Botschaft "über verschiedene Kanäle" übermitteln, dass sie keinen Angriff auf das Nachbarland plane. Das berichtete Radio Israel. Die geplante Mobilisierung von Reservisten diene ausschließlich dem Kampf gegen die libanesische Hisbollah.

Der libanesische Fernsehsender Future TV berichtete am Freitag unter Berufung auf lokale Sicherheitskreise, die syrische Armee habe damit begonnen, unweit der Grenze Gräben auszuheben. Weitere Details nannte der Sender nicht.

Rückzug aus Gaza

Israelische Kampfflugzeuge haben am Freitag Augenzeugen zufolge Häuser militanter Palästinenser und eine Werkstatt im Gazastreifen angegriffen und dabei sieben Menschen verletzt. Die israelische Armee erklärte, sie habe Gebäude ins Visier genommen, in denen Waffen hergestellt und gelagert würden. Einige davon hätten Extremisten der in den Palästinenser-Gebieten regierenden radikalen Hamas-Bewegung gehört.

Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, Israel habe nach einem zweitägigen Einsatz gegen Extremisten Dutzende Panzer und gepanzerte Fahrzeuge aus dem Osten und Norden von Gaza abgezogen. Die israelische Armee bestätigte den Rückzug und erklärte, die Operation sei beendet.

Vor rund einem Monat hatte Israel eine Militäroffensive im Gazastreifen begonnen. Ziel ist es, einen von militanten Palästinensern verschleppten Soldaten zu befreien und Raketenangriffe der Extremisten auf Israel zu stoppen. Seit Beginn des Einsatzes wurden rund 150 Palästinenser getötet.

DPA/Reuters / DPA / Reuters