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Anschläge im Irak: Explosionen fordern zahlreiche Menschenleben

Der Konflikt zwischen verschiedenen islamischen Strömungen im Irak fordert erneut Todesopfer. In Bagdad und anderen Teilen des Landes gab es mehrere Explosionen.

Bei einer Serie von Explosion sind mindestens 20 Menschen im Irak getötet und dutzende weitere verletzt worden. Wie unübersichtlich die Lage vor Ort ist, zeigt, dass einige Nachrichtenagenturen sogar mehr als 40 Todesopfer vermelden. Die Sprengsätze, darunter mehrere Autobomben, detonierten in der Hauptstadt Bagdad sowie in den weiter südlich gelegenen Provinzhauptstädten Hilla und Kerbela, wie Sicherheitsbeamte mitteilten. Bislang hat sich niemand zu den Anschlägen bekannt.

In Hilla hatten sich nach Berichten örtlicher Medien Explosionen in der Nähe eines Restaurants ereignet. In dem Lokal hatten sich schiitische Pilger versammelt, wie es weiter hieß. Momentan bereiten sich Schiiten in Bagdad auf Feierlichkeiten zu Ehren des Todes von Mussa al Kasem, des siebten von zwölf Imamen, vor. Der Imam liegt in einem Mausoleum im Norden Bagdads begraben. Seines Todestages wird in diesem Jahr am 18. Juni gedacht.

Die Eskalation der Gewalt gegen schiitische Gläubige im Irak spiegelt die Spannungen zwischen beiden Religionsgruppen wider. Die Schiiten sind die größte Religionsgemeinschaft in dem Land, gefolgt von den sunnitischen Muslimen. Zuletzt hatte es am 4. Juni einen großen Anschlag in Bagdad gegeben, als ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe am Sitz einer religiösen schiitischen Stiftung 25 Menschen tötete. Zu dem Anschlag bekannte sich die zum Terrornetzwerk al Kaida gehörende Gruppe Islamischer Staat Irak.

ono/AFP/DPA / DPA