Anschläge Israel kündigt gezielte Vergeltung an


Nach dem Bombenanschlag in Netanja hat die israelische Armee mit gezielten Tötungen gedroht. Derweil haben Sicherheitskräfte die Islamisten aus den Umfeld des Attentäters festgenommen.

Nach dem palästinensischen Selbstmordanschlag in Netanja haben israelische Kampfflugzeuge in der Nacht zum Dienstag Ziele in Gaza-Stadt angegriffen. Wie aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, wurde ein Denkmal im Stadtteil Remal von einer Rakete getroffen. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Nach dem Anschlag auf das Einkaufszentrum in der israelischen Stadt Netanja, bei dem am Montag fünf Israelis getötet worden waren und zu dem sich später die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad bekannte, hatte die Regierung in Jerusalem Vergeltungsaktionen angekündigt.

Die israelische Regierung hat zudem scharfe Schläge gegen palästinensische Extremisten angekündigt. Gegen den Islamischen Dschihad solle umfassender und intensiver vorgegangen werden als bisher, sagte Verteidigungsminister Schaul Mofas im Armeerundfunk.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, geplant seien gezielte Tötungen von Vertretern der Organisation im Westjordanland, außerdem sollten weitere Luftangriffe im Gazastreifen geflogen werden. Er hoffe, dass das verschärfte Vorgehen gegen Extremisten Anschläge wie den von Montag verhindern werde, erklärte Mofas.

Mitglieder des Islamischen Dschihad festgenommen

Mit der Schließung der Grenzübergänge in den Autonomiegebieten wurden tausende Palästinenser an der Einreise nach Israel gehindert. Lediglich der größte Warenübergang blieb geöffnet. Palästinensische Sicherheitskräfte nahmen unterdessen am frühen Morgen im nördlichen Westjordanland vier Mitglieder des Islamischen Dschihads fest. Aus derselben Gegend stammte der Selbstmordattentäter von Netanja.

Der Islamische Dschihad warf der Autonomiebehörde vor, lediglich rangniedere Aktivisten aufgegriffen zu haben. "Das sind normale Leute. Die wirklichen Vollstrecker oder Planer dieser Operationen werden sie nicht fassen", sagte Sprecher Abu Abdullah. Zu dem Anschlag in Netanja, dem ersten seit fast sechs Wochen, hatten sich der Islamische Dschihad und die al-Aksa-Märtyrerbrigaden bekannt.

Verteidigungsminister Mofas gab nach Beratungen mit der Militärspitze bekannt, die Armee werde "ohne zeitliche Beschränkung" den Islamischen Dschihad im nördlichen Westjordanland und im Gazastreifen bekämpfen, "mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln". Mofas bat Generalstaatsanwalt Menachem Masus, er möge den Streitkräften erlauben, die Häuser der Familien von Selbstmordattentätern zu zerstören. Diese umstrittene Praxis war im vergangenen Februar eingestellt worden.

Anschläge weltweit scharf verurteilt

Weltweit wurde der Anschlag von Netanja verurteilt. In einer in New York veröffentlichten Erklärung riefen für das so genannte Nahost-Quartett UN-Generalsekretär Kofi Annan, EU-Chefdiplomat Javier Solana, US-Außenministerin Condoleezza Rice und der russische Außenminister Sergej Lawrow dazu auf, den Nahost- Friedensprozess nicht zu gefährden. Von der syrischen Regierung forderten sie, alle Büros des Islamischen Dschihad zu schließen "und die Nutzung ihres Staatsgebietes durch bewaffnete Gruppen, die an Terrorakten beteiligt sind, zu unterbinden".

Die US-Regierung sprach von einem "bösartigen Terrorakt". Außenamtssprecher Adam Ereli forderte die Palästinenserführung am Montag in Washington auf, sofort weitere Terroranschläge zu verhindern und die Strukturen der Terrororganisationen zu zerschlagen.

"Verantwortliche jagen und fassen"

Im Namen der Bundesregierung verurteilte Außenminister Frank Walter Steinmeier den Anschlag. Er stelle offenkundig den Versuch dar, die Hoffnungen auf Fortschritte im Friedensprozess zunichte zu machen, die sich mit Israels Rückzug aus dem Gazastreifen und der Öffnung des Grenzübergangs in Rafah verbänden. "Diesen Versuchen muss entschlossen entgegengetreten werden", erklärte Steinmeier.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den Anschlag scharf. "Wir werden die Verantwortlichen für diesen Terroranschlag jagen und fassen", hieß es in einer Stellungnahme des Präsidenten.

DPA DPA

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