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Anschlag in Sarajevo: Polizei verhaftet Attentäter vor US-Botschaft

Ein mit einem Schnellfeuergewehr bewaffneter Mann hat am Freitag die US-Botschaft im bosnischen Sarajevo beschossen. Sicherheitskräfte nahmen den mutmaßlichen Täter fest. Angeblich handelt es sich bei dem Angreifer um einen radikalen Islamisten aus dem Nachbarland Serbien.

Nach Schüssen vor der US-Botschaft in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo ist ein mutmaßlicher Islamist verletzt und festgenommen worden. Der Mann habe Schüsse aus einer automatischen Waffe abgegeben, sagte ein Polizeisprecher dem staatlichen Fernsehsender BHT am Freitag. Der muslimische Vertreter im dreiköpfigen bosnischen Staatspräsidium, Bakir Izetbegovic, sprach von einem "terroristischen Akt".

Sicherheitskräfte hätten den Schützen verwundet und festgenommen, sagte der Polizeisprecher. Der Mann sei vor Ort medizinisch versorgt worden und anschließend in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar. Der staatliche Rundfunk hatte zuvor berichtet, ein Scharfschütze habe den Mann erschossen.

Ersten Rundfunkberichten zufolge gab der Mann rund 40 Schüsse aus einer Kalaschnikow ab. Weiter hieß es, er habe auf das Botschaftsgebäude gezielt. Der etwa 40-Jährige sei Mitglied der islamistischen Wahhabisten-Bewegung. Die Wahhabisten vertreten eine strenge Form des Islam, die auf einer wörtlichen Koran-Auslegung basiert. Der vor allem in Saudi-Arabien vertretenen Bewegung gehört in Bosnien-Herzegowina nur eine kleine Minderheit an.

Vorfall soll schnell untersucht werden

Eine Sprecherin der US-Botschaft in Sarajevo bestätigte, dass es zu einem "Vorfall" vor dem Botschaftsgebäude gekommen sei. "Die Botschaft ist geschlossen und wir warten darauf, dass die Polizei die Gegend abriegelt."

Medienberichten zufolge waren zahlreiche Polizeifahrzeuge rund um das Botschaftsgelände im Einsatz. Die Sicherheitskräfte suchten nach möglichen Komplizen. Zwei Polizisten seien bei dem Einsatz leicht verletzt worden.

Izetbegovic verurteilte "mit aller Schärfe" den "terroristischen Angriff" gegen die Botschaft. Er erwarte eine zügige Untersuchung des Vorfalls, erklärte Izetbegovic.

Während des Bosnienkrieges zwischen 1992 und 1995 kamen zahlreiche Freiwillige aus muslimischen Ländern in das Land, um ihre Glaubensbrüder im Kampf gegen Serben und Kroaten zu unterstützen. Viele von ihnen blieben nach Kriegsende und bekamen die bosnische Staatsbürgerschaft.

kave/AFP/Reuters / Reuters
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