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Nach Charlottesville-Äußerungen: Arnold Schwarzenegger formuliert freundlicherweise eine Rede für Donald Trump

Nach Donald Trumps umstrittenen Äußerungen zu den Ausschreitungen in Charlottesville hat sich Arnold Scharzenegger zu Wort gemeldet - mit einer klaren Botschaft an den US-Präsidenten und gegen Fremdenhass.

Arnold Schwarzenegger terminiert (schon wieder) Donald Trumps Regierungsstil

Präsidialer als der Präsident? Ex-Gouverneur und Schauspieler Arnold Schwarzenegger gibt Trump (nicht zum ersten Mal) einen Rat.

Man könnte die Beziehung von Donald Trump und wohl als opulente Hassliebe bezeichnen. Schon oft haben die beiden Alpha-Tiere auf verschiedenen Social-Media-Plattformen gegeneinander gewettert. Wer von beiden der bessere Politiker, der bessere Fernsehstar oder männlichere Mann sei. Doch neben den Sticheleien ließ zumindest Arnold Schwarzenegger auch hin und wieder versöhnliche Töne anklingen und gab dem umstrittenen US-Präsidenten Tipps - etwa, er solle mehr lesen oder sich seiner Verantwortung bewusst werden. Stets gut gemeint und doch mit einem deutlichen Einschlag von Ironie.

Nach den Ausschreitungen von Neonazis in Charlottesville (Virginia), bei denen eine junge Frau ums Leben gekommen ist, meldet sich der ehemalige Gouverneur von Kalifornien (von 2003 bis 2011) und Schauspieler (u.a. "Terminator"-Reihe) nun erneut in einem Facebook-Video zu Wort. Von politischem Quereinsteiger zu politischem Quereinsteiger, sozusagen. Schwarzeneggers Botschaft: "Es gibt keine zwei Seiten von Hass."

Anrold Schwarzenegger schreibt Trump eine Rede

Donald Trump hatte für Irritationen gesorgt, als er die Ausschreitungen in Charlottesville erst herunterspielte, dann scharf verurteilte und schließlich wieder zurückruderte. Für Schwarzenegger gibt es in dieser Hinsicht keine zwei Meinungen: "Wenn du mit einer Flagge marschierst, die das Abschlachten von Millionen Menschen symbolisiert, gibt es keine zwei Seiten." Die ultrarechten Demonstranten in Charlottesville protestierten gegen die Demontage einer Robert E. Lee-Statue, einem Konföderierten-Denkmal. Die einzige Möglichkeit, hasserfüllten Stimmen zu begegnen, sei mit lauteren - und vernünftigen - Gegenstimmen. "Und das betrifft Sie, Präsident Trump", so Schwarzenegger.

Als Präsident der sei er moralisch dazu verpflichtet, ein unmissverständliches Zeichen gegen Hass und Rassismus zu senden. Wie? "Lassen Sie mich Ihnen helfen, Ihre Rede zu schreiben", bietet der Ex-Politiker an.

"Als Präsident der Vereinigten Staaten und als Republikaner lehne ich die Unterstützung von 'White Supremacists' ab. Das Land, das Hitlers Armeen besiegt hat, ist kein Ort für Nazi-Flaggen. Die Partei von Lincoln wird nicht jene Menschen unterstützen, die Kampfflaggen der gescheiterten Konföderation getragen haben."

So lautet zumindest das schlanke, aber eindeutige Statement von Schwarzenegger. "War das so schwierig?", fragt er danach, an einen -Wackelkopf in seiner Hand gerichtet. "Ich hab's dir doch gesagt." Er lacht.

Botschaft an Neo-Nazis: "Eure Helden sind Loser."

Doch nicht nur Donald Trump bekommt von "Arnie" sein Fett weg. Er habe auch eine deutliche Nachricht an Neo-Nazis: "Eure Helden sind Loser." Schwarzenegger, Jahrgang 1947, hat in seiner Heimat Österreich die Nazis des Zweiten Weltkriegs miterlebt. "Als ich aufgewachsen bin, war ich von gebrochenen Männern umgeben, die aus dem Krieg zurückkamen und voller Schrapnell und Schuld waren. Männer, die in die Irre geführt wurden." Die Geister, die Neo-Nazis heute heraufbeschwören würden, hätten den Rest ihres Leben in Schande verbracht. "Und jetzt ruhen sie in der Hölle", so Schwarzenegger.

Doch: Es sei niemals zu spät, umzudenken. Und zu lernen, dass "alle Menschen gleich viel wert sind." Man könne als Bürger der Vereinigten Staaten froh sein, alles sagen zu dürfen, selbst wenn es etwas Schreckliches sei. "Aber denkt daran, wie ihr diese Macht für etwas Gutes einsetzen könnt." Auch diejenigen, die bisher schweigen, sollten diese Möglichkeit nutzen. Man solle Hass mit erhobenem Haupt begegnen. Auch, wenn das nicht immer leicht sei. "Das ist eine schwierige Zeit für unser Land", räumt Schwarzenegger ein, "aber ich weiß, dass, wenn wir die Courage haben, etwas dagegen zu tun, wir am Ende noch stärker aus der Sache hervorgehen."

Seine abschließenden Worte: "Wir sollten uns dazu verpflichten, die schrecklichen Geister der Vergangenheit auf den Müllhaufen der Geschichte zu verbannen. Denn da gehören sie hin."

fs