Atomgipfel in Washington Merkel fordert Sicherung schwach radioaktiver Abfälle


Auf dem Atomgipfel in Washington hat Bundeskanzlerin Angela Merkel darauf gedrungen, nicht nur über die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu reden, sondern auch über die Sicherung schwach radioaktiver Abfälle.

Auf dem Atomgipfel in Washington hat Bundeskanzlerin Angela Merkel darauf gedrungen, nicht nur über die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu reden, sondern auch über die Sicherung schwach radioaktiver Abfälle. "Auch schwach radioaktives Atommaterial aus Krankenhäusern, der Medizintechnik, der Landwirtschaft und der Industrie bilden eine Gefährdung, wenn sie in die falschen Hände geraten", sagte sie am Montag. Die Kanzlerin äußerte sich nach dem Abendessen mit mehr als 40 Staats- und Regierungschef, bei dem es vor allem um eine Analyse der verschiedenen atomaren Bedrohungen ging.

Ausdrücklich forderte Merkel eine Stärkung internationaler Organisationen wie der Atomenergiebehörde IAEA. Diese solle etwa einen Vergleich anstellen, welches Land die besten Systeme zur Kontrolle auch des Umgangs mit niedrig angereichertem Uran habe. Im Zentrum der Beratungen des Treffens stand aber der Umgang mit hochangereichertem, waffentauglichem Uran, von dem mittlerweile weltweit 1500 Tonnen verfügbar sind, sowie die Sicherung von 600 Tonnen Plutonium.

Am Dienstag will der Gipfel eine Erklärung zur Atomsicherheit beschließen, die Richtlinien und Selbstverpflichtungen für die kommende Jahre aufstellen soll. US-Präsident Barack Obama hatte als Zielmarke genannt, dass die internationale Gemeinschaft in vier Jahren Kontrolle über das gesamte spaltbare Material haben müsse. Damit soll verhindert werden, dass es Terroristen in die Hände fällt.

Am Rand der Konferenz ging es bereits am Montag um neue Iran-Sanktionen. So sprachen Obama und der chinesische Präsident Hu Jintao in einem 90-minütigen bilateralen Gespräch über Wege, den Iran zur Aufgabe seines umstrittenen Atomprogramms zu bringen. Nach Angaben aus US-Kreisen sagte China dabei seine Bereitschaft zu, an einer neuen UN-Resolution mitzuarbeiten. China hat im UN-Sicherheitsrat ein Vetorecht.

Zudem trafen sich die außenpolitischen Berater der USA, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands, um über das Thema zu beraten. Bereits am Vortag hatte ein Regierungsvertreter in Berlin davon gesprochen, dass der April eine "entscheidende Phase" für eine neue UN-Resolution sei. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass im Mai der Libanon für einen Monat den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat übernimmt. Westliche Diplomaten erwarten, dass dann keine Abstimmung über eine Sanktionsresolution auf die Tagesordnung gesetzt werden kann.

Reuters Reuters

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