Atomwaffenarsenal Westerwelle begrüßt "mutiges Signal" der USA


Erstmals haben die USA genaue Zahlen zu ihrem Atomwaffenarsenal offengelegt. Das Land verfüge über 5113 Atomsprengköpfe, teilte das Pentagon am Montag in Washington mit. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) begrüßte in Berlin "diese mutige Entscheidung" Washingtons, die Vertrauen für mögliche weitere Abrüstungsschritte schaffe.

Erstmals haben die USA genaue Zahlen zu ihrem Atomwaffenarsenal offengelegt. Das Land verfüge über 5113 Atomsprengköpfe, teilte das Pentagon am Montag in Washington mit. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) begrüßte in Berlin "diese mutige Entscheidung" Washingtons, die Vertrauen für mögliche weitere Abrüstungsschritte schaffe.

Die US-Regierung habe sich zu einem Ende der bisherigen Geheimhaltung entschlossen, um "im Namen der atomaren Nichtweiterverbreitung die Transparenz über die Arsenale zu erhöhen", teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Seit 1961 hatten die USA keinerlei Zahlen mehr zu ihrem Atomarsenal offengelegt.

Den Angaben zufolge verschrotteten die USA zwischen 1994 und 2009 genau 8748 Atomsprengköpfe. "Tausende weitere Sprengköpfe erwartet dasselbe Schicksal", teilte das Ministerium mit. In der Zahl von 5113 Sprengköpfen, was dem Stand von Ende September 2009 entspricht, seien die bereits zur Verschrottung vorgesehenen nicht eingerechnet; enthalten seien aber alle strategischen und nicht-strategischen sowie alle stationierten wie nicht stationierten Sprengköpfe.

Die Offenlegung fiel mit dem Auftakt der UN-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York zusammen. "Das ist ein starkes Signal an alle Teilnehmer der Überprüfungskonferenz" zu Verstößen gegen den Atomwaffensperrvertrag in New York, erklärte Westerwelle. Der Schritt "unterstreicht, dass die USA sich ihrer Verantwortung im Abrüstungsprozess bewusst sind". Ein Außenamtssprecher in Paris begrüßte die Offenlegung als "echten Fortschritt". Je mehr Transparenz es gebe, desto besser sei es bei diesem "äußerst sensiblen Thema", sagte der Sprecher unter Verweis auf die "weniger als 300" Sprengköpfe Frankreichs.

US-Außenministerin Hillary Clinton forderte in einer Rede zum Auftakt der UN-Atomkonferenz, Verstöße gegen den Atomwaffensperrvertrag nicht folgenlos hinzunehmen. Länder, die vertragswidrig atomar aufrüsten oder Nuklearmaterial weiterverbreiten, müssten "wissen, dass sie einen hohen Preis zu zahlen haben", sagte Clinton. US-Präsident Barack Obama hatte zuvor in einer Botschaft an die Konferenzteilnehmer jenen Ländern, die vertragswidrig nach Atomwaffen strebten, mit Isolation gedroht. Länder, die ihre internationalen Verpflichtungen nicht einhielten, würden weniger sicher, weniger wohlhabend und isolierter sein, sagte Obama, ohne den Iran beim Namen zu nennen.

Clinton ging in ihrer Rede auch auf den Auftritt des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vor den Konferenzteilnehmern ein. "Irans Präsident hat heute morgen wieder die abgenutzten, falschen und bisweilen absurden Anschuldigungen gegen die USA und andere Länder wiederholt", sagte Clinton. Ahmadinedschad hatte den USA vorgeworfen, sein Land mit Atomwaffen zu bedrohen. Am Dienstag forderte ein Außenamtssprecher in Teheran "eine unabhängige Untersuchung", um die Angaben der USA zu ihrem Atomwaffenarsenal zu prüfen.

Im Vorfeld des UN-Treffens hatte die US-Regierung in mehreren Schritten ihren Willen zur Abrüstung und zur Eindämmung der Weiterverbreitung unterstrichen. So einigte sie sich im neuen SRART-Abrüstungsvertrag mit Russland darauf, die Zahl ihrer strategischen Atomwaffen auf 1550 pro Seite zu begrenzen.

Die UN-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag soll bis zum 28. Mai dauern. Die USA wollen den Vertrag, den sie als zentrales Instrument der Rüstungskontrolle sehen, durch bessere Kontrollmechanismen verschärfen.

AFP AFP

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