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Australisches Parlament: Senatorin erscheint in Burka und löst Skandal aus

Vollverschleiert mit einer Burka erschien die Abgeordnete Pauline Hanson zu einer Sitzung des australischen Senats. Damit löste die Vorsitzende der Rechtsaußen-Partei One Nation einen Sturm der Entrüstung aus. 

Als Pauline Hanson am Donnerstag den Plenarsaal des australischen Senats betrat, schnappte der ein oder andere Abgeordnete laut nach Luft. "Oh, was zu Hölle ist das", entfuhr es etwa Jonathon Duniam, einem Senator aus Tasmanien. Der Grund für die Schnappatmung: Die Vorsitzende von Australiens Rechtsaußen-Partei One Nation erschien zu der Sitzung in einer schwarzen Burka. 

Regelmäßig fordert Hanson die Regierung auf, das Tragen von Burkas in Regierungsgebäuden und Einrichtungen, wo aus Sicherheitsgründen die Identität von anwesenden Personen festgestellt werden muss, zu verbieten. Mit ihrer Verkleidung wollte sie auf ihr Anliegen aufmerksam machen. "Wird die Regierung angesichts unserer nationalen Sicherheitslage mit mir zusammenarbeiten und die Burka aus Australien verbannen?", fragte Hanson laut der Zeitung "The Australian" während der Sitzung, nachdem sie das umstrittene Kleidungsstück ausgezogen hatte.

Heftiger Gegenwind im Senat

"Nein", lautete die Antwort von George Brandis. Der australische Justizminister warf der Rechtspopulistin vor, Muslime lächerlich zu machen. "Es ist eine schreckliche Sache, diese Gemeinschaft zu verspotten, in eine Ecke zu stellen und ihre religiösen Kleidung zu verhöhnen", sagte er. Hanson riskiere es, 500.000 Australier, die dem muslimischen Glauben angehören, vor den Kopf zu stoßen.

"Senatorin Hanson, ich werde ihr Kunststückchen, hier in einer zu erscheinen, nicht ignorieren", rief Brandis. "Wir alle wissen, dass Sie keine Anhängerin der islamischen Religion sind."

Die emotionale Rede von Brandis erntete unter den Abgeordneten über Parteigrenzen hinweg viel Beifall. Es gab sogar stehende Ovationen. "Es ist eine Sache, religiöse Kleidung aus Überzeugung zu tragen. Aber eine ganz andere, vor dem Theater zu spielen", sagte Penny Wong, eine Abgeordnete der oppositionellen Labor Partei. Der Vorsitzende der australischen Grünen, Richard Di Natale, dankte Brandis für seine Rede. Der Labor-Abgeordnete Sam Dastyari, der iranische Wurzeln hat, bezeichnete Hanson als "Bedrohung für die nationale Sicherheit" und "Schande". 

Pauline Hanson zieht ihre Burka im Parlament aus

Pauline Hanson zieht ihre Burka im Parlament aus

Hanson verteidigt sich

In einem Gespräch mit dem Radiosender 2GB verteidigte Hanson ihren Auftritt. "Was ich heute getan habe, war eine Debatte zu eröffnen. Was Senator Brandis heute getan hat, war sie zu ersticken", so die 63-Jährige.

Ihre Partei One Nation hat vier Sitze im Senat und fordert seit vielen Jahren ein Burka-Verbot und einen Einwanderungsstopp für Muslime.

ivi
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