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Bangkok-Krise: Verletzte nach mehreren Explosionen

In Thailands Hauptstadt Bangkok sind bei mehreren Explosionen mindestens 53 Menschen verletzt worden. Die Polizei hat mit den Regierungsgegnern, die die beiden Flughäfen der Stadt besetzt halten, Verhandlungen aufgenommen. Die Demonstranten geben sich kompromisslos.

Bei der Explosion mehrerer Sprengsätze in Bangkok sind am Sonntag mindestens 51 Regierungsgegner verletzt worden. Damit verschärften sich die Spannungen in dem seit mehr als drei Monaten andauernden Konflikt.

Der erste Sprengsatz ging am Morgen vor dem Regierungssitz hoch, der seit Ende August von Demonstranten besetzt gehalten wird. Nach Angaben eines Sprechers der Protestbewegung handelte es sich um eine Handgranate, die auf ein Zeltdach geworfen wurde. Dabei wurden nach Klinikangaben mindestens 49 Menschen verletzt. Neun mussten stationär behandelt werden. Etwa 20 Minuten später folgten zwei Explosionen in der Zentrale eines regierungskritischen Fernsehsenders und eine Explosion in der Nähe des Flughafens Don Muang. Dabei wurden zwei Menschen verletzt.

Mittlerweile hat die Polizei die Regierungsgegner zur umgehenden Räumung der seit Tagen besetzten Flughäfen von Bangkok aufgefordert. Andernfalls drohe ihnen eine Strafverfolgung, erklärte die Polizei am Sonntag. Zugleich verbot die Polizei Versammlungen von mehr als fünf Personen an dem Inlandsflughafen Don Muang. Zuvor bereits hatte die Polizei Verhandlungen mit den Regierungsgegnern aufgenommen. Ziel sei es, gewaltsame Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften sowie Zusammenstöße von Anhängern und Gegnern der Regierung zu verhindern, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Polizei wolle keine Gewalt anwenden und verhindern, dass es zu Todesopfern und Sachschäden komme.

Die seit Dienstagabend anhaltende Blockade des internationalen Flughafens Suvarnabhumi und anschließend auch des Flughafens Don Muang hat den Flugverkehr in Thailand weitgehend lahmgelegt. Rund 100.000 Touristen sitzen fest. Der stellvertretende thailändische Ministerpräsident Olarn Chaipravat sagte am Samstag, dass für 2009 ein Einbruch im Tourismus um die Hälfte auf rund sechs Millionen Besucher erwartet werde. Dies gefährde eine Million Arbeitsplätze, sagte Chaipravat.

Die PAD will den Rücktritt von Ministerpräsident Somchai Wongsawat, dessen Regierung sie als Marionettenregime des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra betrachtet. Die PAD wird von den konservativen Eliten in Bangkok getragen, während die Regierungspartei von der armen Landbevölkerung unterstützt wird. Trotz wachsenden Unmuts im ganzen Land blieb Chamlong Srimunang, einer der PAD-Anführer, kompromisslos. Die Demonstranten blieben, bis die Regierung gestürzt sei, sagte er. Am Dienstag stehe der Sieger fest.

Dienstag entscheidet das Verfassungsgericht über die mögliche Auflösung der Regierungspartei PPP. Ihr war Wahlbetrug beim Urnengang im Dezember 2007 vorgeworfen worden. Beobachter erwarten einen Schuldspruch. Dann würde die Partei aufgelöst und ihre Anführer dürften keine politischen Ämter mehr bekleiden.

DPA/Reuters/AP / AP / DPA / Reuters