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Wahlkampfauftritt in Wisconsin: Obama rechnet Trump vor, was er von seiner Präsidentschaft hält (offenbar nicht viel)

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Amtsnachfolger Donald Trump abgerechnet, ohne ihn ein einziges Mal beim Namen zu nennen. Der Adressat wurde dennoch klar.

Barack Obama rechnet Trump vor, was er von seiner Präsidentschaft hält

Der frühere US-Präsident Barack Obama bei einem Wahlkampfauftritt in Milwaukee (USA)

Getty Images / AFP

Ex-Präsident Barack Obama hat bei einem Wahlkampfauftritt gegen seinen Nachfolger Donald Trump ausgeteilt. Der Demokrat warf Trump am Freitag in einer Rede in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin vor, zu lügen. Er bezog sich dabei unter anderem auf ein Versprechen Trumps, noch vor der Wahl am 6. November Steuersenkungen für die Mittelschicht durch den Kongress zu bringen. "Der Kongress tagt gerade überhaupt nicht. Er erfindet das einfach", erklärte Obama lachend. Später ergänzte er: "Alles, was ich sage, könnt ihr nachschlagen."

Der Ex-Präsident war nach Wisconsin gekommen, um Wahlkampf für die demokratische Senatorin Tammy Baldwin und andere Kandidaten der Partei aus dem Bundesstaat zu machen. Beobachter sprachen von Obamas bisher schärfsten und direktesten Abrechnungen mit Trumps Präsidentschaft. Obwohl er in seiner gesamten Rede Trump nicht einmal namentlich erwähnte.

Barack Obama rechnet Trump (bittere) Bilanz vor

Wer gemeint ist, wurde dennoch deutlich. So rechnete Obama seinem Amtsnachfolger gewissermaßen vor, dass er bisher eine bittere Präsidentschaft vorzuweisen habe. "In Washington haben sie genug Anklagen erhoben, um ein Football-Team aufzustellen", so Obama. "Niemand aus meiner Präsidentschaft wurde angeklagt", fügt er nach einer Kunstpause und unter großem Applaus zu. Eine Mannschaft beim American Football besteht aus jeweils elf Spielern, die auf dem Platz stehen. Die Trainer können dabei in der Regel aus einem Kader von maximal 53 aktiven Spielern auswählen. "Also wie sieht es nun damit aus, dass sie (die Trump-Administration, Anm. d. Red.) die Dinge anpacken?", fragt Obama in Bezug auf Trumps Anspruch, mit Korruption aufzuräumen. 

Der frühere US-Präsident warb in Milwaukee für Kandidaten der Demokraten. Im November stehen die "Midterm"-Wahlen an (lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen). Zuletzt sorgte eine Briefbomben-Serie für Aufruhr in den USA. Der mutmaßliche Verdächtige Cesar S., angeblich Republikaner und Trump-Fanatiker, soll an mehrere Prominente und US-Demokraten Sprengsätze verschickt haben. Die Sendungen wurden abgefangen, niemand wurde verletzt. Auch Obama gehört zu den Adressaten. Denn eines haben alle bisher bekannten Empfänger der Pakete gemeinsam: Sie setzen sich kritisch mit Trump auseinander.

fs / Mit Material der DPA