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BÖLLEREXPLOSION: Mehr als 120 Tote bei Großbrand in Lima

Ein durch Feuerwerkskörper ausgelöster Großbrand im historischen Zentrum der peruanischen Hauptstadt Lima forderte mindestens 120 Todesopfer.

Bei einem durch Feuerwerkskörper ausgelösten Großbrand im historischen Stadtzentrum in der peruanischen Hauptstadt Lima sind nach Angaben der Feuerwehr mindestens 120 Menschen ums Leben gekommen. Über 200 Menschen seien verletzt worden, teilten die Rettungskräfte mit. Ausgelöst wurde der Brand den Angaben zufolge durch eine Explosion in einem Feuerwerksgeschäft, das Silvester-Feuerwerk verkaufte.

Kettenreaktion der Knallkörper

Der Brand war gegen 20.00 Uhr Ortszeit in einem Laden für Feuerwerksartikel ausgebrochen. Die Detonation eines Böllers habe eine Kettenreaktion anderer Knallkörper ausgelöst. Zu der Zeit waren den Berichten zufolge sehr viele Menschen unterwegs, um für die Silvester- und Neujahrsfeiern einzukaufen. Das Einkaufszentrum liegt in der historischen Altstadt Limas und umfasst mehrere drei- und vierstöckige Gebäude.

Toledo will Böller verbieten

Präsident Toledo, der einen Besuch im Norden des Landes umgehend abgebrochen hatte, kündigte eine zweitägige Staatstrauer an. Er versprach den Opfern finanzielle Hilfe. Dann sagte er: »Ich kündige hiermit an, dass die nationale Produktion und der Import von Feuerwerkskörpern definitiv verboten ist.« Man könne nicht zulassen, weiter Leben zu verlieren.

Der Brand verbreitete sich rasend schnell in den Geschäften des Zentrums. Unter den Besuchern brach eine Panik aus. Etliche Ladenbesitzer schlossen aus Angst vor Plünderungen ihre Geschäfte ab und sperrten sich so selbst ein. Viele Menschen flüchteten auf die Dächer. Auch Taxifahrer vor dem Gebäude sollen Opfer der Flammen geworden sein.

Schaulustige und Mangel an Wasser

Die rund 440 Feuerwehrleute brauchten nahezu vier Stunden, bis sie gegen Mitternacht den Brand unter Kontrolle hatten. Erschwert wurde ihre Arbeit durch einen Mangel an Wasser, auch Schaulustige hätten die Retter behindert. Drei Gebäude wurden laut BBC zerstört, etliche Opfer seien verbrannt oder am Rauch erstickt. Eine CNN-Reporterin berichtete, dass es in den Gebäuden keine Notausgänge gegeben habe.

Wie in Enschede und China

Durch Knallkörper und Raketen ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Unglücken mit Todesopfern gekommen. Eine der schwersten Katastrophen ereignete sich am 22. Mai 2000 in der niederländischen Stadt Enschede als eine Feuerwerksfabrik mitten in einem Wohngebiet in die Luft flog. 22 Menschen verloren ihr Leben. Ein ganzes Viertel wurde zerstört. Auch in China, dem weltweit größten Hersteller und Verbraucher von Feuerwerkskörpern, werden immer wieder Menschen durch Explosionen getötet. In dem riesigen Land gibt es etliche Feuerwerkshersteller, die illegal und oft mitten in Wohnviertel ihre Werkstätten betreiben.