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Brexit Brexit-Schock schickt Dax weiter auf Talfahrt


Wie geht es weiter nach dem Referendum in Großbritannien? Viele Briten bedauern den Ausgang der Abstimmung. Tritt das Vereinigte Königreich am Ende doch nicht aus der EU aus? Alle Nachrichten zum Thema im stern-Newsticker.

Seit dem Brexit-Referendum sind bei der EU tausende E-Mails von Briten eingegangen, die das Ergebnis bedauern - darunter etliche von Leuten, die für den Ausstieg aus der EU gestimmt hätten und das nun bereuten. Das weiß ein EU-Diplomat zu berichten: "Das ist das erste Mal nach einem Jahrzehnt der Hass-Mails aus Großbritannien, dass wir mit Liebes-Mails überflutet werden", sagte er. Derweil wird über eine Nachfolge für Premierminister David Cameron diskutiert. Und auch in Deutschland geht die Debatte um den Wert von Volksabstimmungen weiter. Lesen Sie alle Nachrichten zum Brexit im stern-Newsticker.

+++ 19 Uhr: Brexit-Schock sorgt für erneute Dax-Talfahrt +++

Das Brexit-Votum der Briten verunsichert weiterhin die Anleger und hat am Montag den deutschen Aktienmarkt erneut auf Talfahrt geschickt. Der Dax fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit dem 25. Februar. Mit einem Abschlag von 3,02 Prozent auf 9268,66 Punkten ging der deutsche Leitindex schließlich aus dem Handel.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen brach um weitere 4,58 Prozent auf 18 920,99 Punkte ein. Der Technologiewerte-Index TecDax sackte um 4,15 Prozent auf 1520,88 Punkte ab. Als "sichere Häfen" geltende Anlagen wie Gold, japanischer Yen oder Schweizer Franken blieben dagegen weiter gefragt.

+++ 17.26 Uhr: Hohe Nachfrage nach irischen Pässen im Vereinigten Königreich +++

Das Brexit-Votum hat im Vereinigten Königreich zu einem steilen Anstieg von Anträgen auf einen irischen Pass geführt. Laut einer Sprecherin der zuständigen britischen Behörde gibt es besonders in Nordirland eine "ungewöhnlich hohe Zahl von Antragstellern". Diese wollten damit nach dem Brexit sicherstellen, als Iren weiter EU-Bürger bleiben zu können.
Alle vor dem 1. Januar 2005 in der britischen Provinz Nordirland Geborenen haben Anrecht auf die irische Staatsbürgerschaft. Das gilt auch für alle, deren Eltern in Irland geboren wurden oder die einen Elternteil haben, der zum Zeitpunkt ihrer Geburt die irische Nationalität hatte. Laut der vom irischen Außenministerium angeführten Volkszählung von 2011 gab es in Großbritannien 430.000 gebürtige Iren. Ein Mensch von vieren hat demnach irische Wurzeln.

+++ 17.09 Uhr: Regierung bildet eigene Abteilung für Brexit +++

Mitarbeiter verschiedener Ressorts und Experten sollen für die britische Regierung die Austrittsverhandlungen mit der EU vorbereiten. Die Regierungsabteilung solle die Ziele für die künftigen Beziehungen zur EU und zum Rest der Welt ausarbeiten, teilt Premier Cameron im Parlament mit. Sein Nachfolger, der die Verhandlungen führen soll, solle von Anfang an die besten Ratgeber haben. 

Sowohl Bestrebungen, den Brexit doch noch zu verhindern als auch baldige Neuwahlen lehnt Cameron ab. "Die Entscheidung muss akzeptiert werden und der Prozess, die Entscheidung bestmöglich umzusetzen, muss jetzt beginnen", so der Regierungschef. Ob Neuwahlen noch vor Ende der laufenden Legislaturperiode stattfinden sollten, müsse der künftige Premierminister entscheiden.

+++ 17.05 Uhr: Cameron tritt beim Thema Austrittsverhandlungen auf die Bremse +++

Großbritannien will erst dann offizielle Austrittsverhandlungen mit der Europäischen Union aufnehmen, wenn eine Entscheidung über die Art der künftigen Beziehung zur EU getroffen ist. Es obliege einem neuen Premierminister und dessen Kabinett, die Art dieser Beziehung festzulegen, erklärt Premier Cameron bei der ersten Parlamentssitzung seit dem Brexit-Referendum. Wann die offiziellen Austrittsverhandlungen beginnen, liege allein in der Hand Großbritanniens, so Cameron.

+++ 16.31 Uhr: Berichte über Anfeindungen gegen Muslime und Polen +++

Seit dem Referendum hat es offenbar zahlreiche Anfeindungen gegen Muslime und Einwanderer in Großbritannien gegeben. Dem britischen Muslimrat liegen nach eigenen Angaben Berichte über mehr als 100 rassistische Aktionen vor. Dazu gehörten etwa eine Demonstration vor einer Moschee in Birmingham und rassistische Graffiti an einer polnischen Einrichtung. "Wir sind schockiert und zutiefst beunruhigt über die jüngsten Vorfälle fremdenfeindlicher Anfeindungen", teilte die polnischen Botschaft in London mit. Mehr als eine halbe Million Polen leben in Großbritannien. Viele kamen nach dem Beitritt ihres Landes zur EU im Jahr 2004. Der britische Muslimrat vertritt nach eigenen Angaben rund 2,7 Millionen Menschen.

Premierminister Cameron, sagte der britischen Nachrichtenagentur Press Association zufolge in einer Sondersitzung seines Kabinetts, die Regierung werde Intoleranz gegen Bürger anderer EU-Länder nicht tolerieren.

+++ 15.43 Uhr: Nachfolge von Cameron wird bis 2. September geregelt +++

Die Nachfolge des britischen Premierministers und Chefs der konservativen Tories wird nach Parteiangaben bereits bis zum 2. September geregelt. Das hat die Tory-Partei soeben in London bekanntgegeben. Cameron hatte nach dem Nein der Briten zu einem Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union (EU) seinen Rücktritt bis Oktober angekündigt und erklärt, eine formale Austrittserklärung obliege dann seinem Nachfolger.

+++ 14.42 Uhr: Zweifel an Petition für zweites Brexit-Referendum +++

 Eine an das britische Parlament gerichtete Petition für ein zweites Brexit-Referendum findet gewaltigen Zuspruch - doch es gibt Zweifel, ob die bislang mehr als 3,7 Millionen Unterstützer alle gezählt werden dürfen. Das zuständige Komitee im Unterhaus hat nach eigenen Angaben 77.000 digitale Unterschriften entfernt und achtet auf "verdächtige Aktivitäten".

Die Zahl der Unterstützer der Online-Petition, die bereits Ende Mai aufgesetzt wurde, stieg am Montag weiter an. Sie fordert ein zweites Referendum, wenn das Ergebnis der ersten Abstimmung knapper als 60 zu 40 Prozent ausfallen und die Wahlbeteiligung unter 75 Prozent liegen sollte. Beides ist eingetreten - 16,1 Millionen Wähler hatten gegen den Brexit gestimmt, 17,4 dafür. Eigentlich dürfen nur britische Staatsbürger und in Großbritannien Ansässige Petitionen an Parlament und Regierung unterschreiben. Sie müssen ihre Berechtigung aber nur mit einem Klick auf ein Häkchen bestätigen. Rechtlich bindend sind die Gesuche nicht. Ab 100.000 Unterzeichnern gibt es meistens eine Debatte im Parlament.

+++ 13.46 Uhr: Merkel warnt vor europäischer "Vielstimmigkeit" nach Brexit +++

Angesichts der Vielzahl von Reaktionen auf den Brexit in der EU ruft Bundeskanzlerin Angela Merkel die verbleibenden 27 Mitgliedstaaten zur Geschlossenheit auf. Wenn die Kanzlerin für eine besonnene Reaktion werbe, dann habe sie damit "natürlich vor allem einen Appell an die 27 künftig dann verbleibenden Mitgliedstaaten gerichtet", sagt Regierungssprecher Steffen Seibert. "Denn unser Interesse ist es doch, dass wir jetzt nicht eine europäische Vielstimmigkeit zeigen, sondern, dass wir möglichst zu einer gemeinsamen Reaktion auf diese Herausforderungen kommen", fügt er hinzu. Auf dem EU-Gipfel am Dienstag und Mittwoch müssten die Positionen der 27 Länder "zusammengeführt werden".

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+++ 12.44 Uhr: Britischer Milliardär Branson für neues EU-Referendum +++

Der britische Milliardär Richard Branson setzt sich für ein neues EU-Referendum ein. Das britische Parlament müsse die Petition für ein zweites Referendum über die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU "ernst nehmen", fordert der Virgin-Chef auf seinem Blog. Die Bevölkerung sei bei der Abstimmung auf "falsche Versprechungen" der EU-Gegner hereingefallen. Diese hätten "eine Minderheit" von 17 Millionen Wahlberechtigten zu ihrer Fehlentscheidung gebracht.

+++ 12.07 Uhr: Außenminister fordern Debatte der 27 Staaten über Zukunft der EU +++

Mit einem Krisentreffen in Tschechien versuchen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Jean-Marc Ayrault, den mittelosteuropäischen EU-Staaten Sorgen vor den Brexit-Folgen zu nehmen. "Wir stimmen überein, dass die Debatte über die Zukunft der EU auf einer Plattform stattfinden muss, die alle 27 EU-Staaten umfasst", sagt der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek nach dem Treffen in Prag.

Am Samstag hatten sich die sechs Gründungsstaaten des EU-Vorläufers EWG in Berlin getroffen, um über den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zu beraten. Länder wie Estland fühlten sich davon übergangen. Zaoralek nannte die EU "lebensnotwendig" für sein Land. "Die falsche Antwort wäre eine übereilte Integration, die falsche Antwort wäre aber auch, so zu tun, als ob nichts passiert ist", sagte er. "Jetzt ist nicht die Zeit für business as usual", sagte Ayrault.

+++ 11.52 Uhr: Britische Unternehmen orientieren sich um +++

Viele britische Unternehmen planen die Verlagerung von Geschäftsaktivitäten aus dem Vereinigten Königreich. In einer Umfrage des Firmenchef-Netzwerks Institute of Directors (IoD) gaben 22 Prozent der Mitglieder an, dass sie solche Überlegungen hegten. Knapp jeder vierte Befragte (24 Prozent) will demnach vorerst keine neuen Arbeitskräfte einstellen. Eine klare Mehrheit der Firmenchefs bewertet das Brexit-Votum als problematisch. 64 Prozent gaben an, das Ergebnis des Referendums werde sich negativ auf ihr Geschäft auswirken.

+++ 11.22 Uhr: Börsen in Asien erholen sich vom Brexit-Schock +++

Asiens Börsen erholen sich langsam vom Brexit-Schock. Der japanische Leitindex Nikkei-225-Index, der am vergangenen "Black Friday" nach dem Votum der Briten für den EU-Austritt um 7,9 Prozent abgesackt war, schließt 2,39 Prozent höher bei 15 309,21 Punkten. Ein Marktteilnehmer sagt, der Ausverkauf sei übertrieben gewesen. Positiv sei auch, dass die japanische Regierung signalisiert habe, gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen, um Schlimmeres abzuwenden.

+++ 11.07 Uhr: Johnson sieht keine Eile für Austritt nach EU-Referendum +++

Der Brexit-Wortführer Boris Johnson sieht nach dem Votum der Briten keine Eile für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Zugleich weist er in seiner Kolumne für den "Daily Telegraph" die Warnungen vor negativen Folgen eines Austritts als überzogen zurück und betont, dass die Veränderungen geringer seien würden, als von den Gegnern behauptet. Die Gefahr einer Abspaltung Schottlands sieht Johnson demnach nicht. "Die einzige Veränderung - und die wird nicht mit großer Eile kommen - ist, dass das Vereinigte Königreich sich aus dem außergewöhnlichen und undurchschaubaren System der Gesetzgebung der EU herauszieht", schreibt Johnson. Für die Briten in Europa und die Europäer in Großbritannien werde sich kaum etwas ändern. "Die Briten werden weiter in die EU zum Arbeiten gehen können; zum Leben, zum Reisen, zum Studieren, um Häuser zu kaufen und sich niederzulassen."

+++ 11 Uhr: Druck auf britischen Labour-Chef Corbyn wächst  +++

Der britische Oppositionschef Jeremy Corbyn bekommt immer mehr Druck aus seiner Labour-Fraktion. Bereits am Sonntag war ein Dutzend Mitglieder seines Schattenkabinetts zurückgetreten, heute folgten weitere. Der Parteilinke Corbyn, der unter den Labour-Abgeordneten im Unterhaus nie großen Rückhalt hatte, holte Unterstützer ins Schattenkabinett und machte klar, dass er sich dem Druck nicht beugen wolle. Sollte ein neuer Parteichef gewählt werden, werde er kandidieren. Corbyn war vergangenen Herbst überraschend in einer Urwahl von Parteimitgliedern und -unterstützern an die Labour-Spitze gewählt worden.

+++ 10.58 Uhr: Große Mehrheit der Deutschen gegen Volksbefragung über EU-Mitgliedschaft +++

Die große Mehrheit der Deutschen spricht sich gegen eine Volksbefragung auch hierzulande über die Zugehörigkeit zur EU aus. 71 Prozent quer durch alle Alters- und Wählergruppen wollen das nicht, wie aus einer Umfrage des Instituts Forsa für das "Handelsblatt" hervorgeht. Fast jeder dritte Bundesbürger ist dagegen für ein solches Votum. Fände eine solche Befragung statt, würde auch nach dem Nein der Briten eine große Mehrheit von 82 Prozent der Bundesbürger für den Verbleib in der EU stimmen. Nur eine kleine Minderheit von 14 Prozent würde für einen Austritt votieren. Nach Angaben von Forsa bestätigt dieses Ergebnis "die seit Jahrzehnten tief verankerte Europafreundlichkeit der Deutschen und ihre Zustimmung zu einem zusammenwachsenden Europa".

+++ 9.53 Uhr: Deutsche-Bank-Chef Cryan: Brexit-Votum schadet Finanzplatz London +++

Der Finanzplatz London wird nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Chef John Cryan nach dem Nein der Briten zur EU an Bedeutung einbüßen - davon könnte Frankfurt profitieren. "Der Finanzplatz London wird nicht sterben, aber er wird schwächer", sagte der Brite dem "Handelsblatt". "Wir erwarten eine höhere Volatilität an den Finanzmärkten in den nächsten Wochen."

+++ 9.40 Uhr: Johnson: Großbritannien wird weiter Zugang zum Binnenmarkt haben +++

Der frühere Londoner Bürgermeister und Brexit-Wortführer Boris Johnson geht davon aus, dass Großbritannien weiter vom europäischen Binnenmarkt und der Arbeitnehmerfreizügigkeit profitieren wird. Briten würden weiterhin in der Lage sein, in der EU zu reisen, zu arbeiten, Häuser zu kaufen und sich niederzulassen, schrieb Johnson in einem Gastbeitrag im "Daily Telegraph". Auch der freie Zugang zum europäischen Binnenmarkt für Waren und Dienstleistungen werde nicht eingeschränkt, prophezeite Johnson, der als Nachfolger des scheidenden Premierministers David Cameron gehandelt wird.

Gleichzeitig werde Großbritannien aber wieder "demokratische Kontrolle über die Einwanderungspolitik übernehmen". Demnach soll ein "humanes Punktesystem, das an den Interessen von Handel und Industrie ausgerichtet ist", die Zuwanderung zum Vereinigten Königreich beschränken.

+++ 8.55 Uhr:  Britischer Finanzminister: Unsere Wirtschaft ist stark +++

Der britische Finanzminister George Osborne versucht, die nach dem Brexit-Votum in Unruhe versetzten Märkte zu beruhigen. "Die britische Wirtschaft ist von Grund auf stark, hochgradig wettbewerbsfähig und offen für Investitionen", sagt Osborne. Nun gehe es darum, sich mit den EU-Ländern auf ein möglichst vorteilhaftes Handelsabkommen zu einigen. Er selbst wolle dabei eine aktive Rolle spielen.

+++ 8.37 Uhr: Kauder: Werden mit Briten auch künftig zusammenarbeiten müssen  +++

Unionsfraktionschef Volker Kauder plädiert für faire Austrittsverhandlungen der EU mit Großbritannien, weil das Land als Partner auch künftig gebraucht werde. "Jetzt müssen wir mit ihnen so verhandeln, dass wir auch in Zukunft mit ihnen zusammenarbeiten können", sagt der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". Wie Kanzlerin Angela Merkel verwies er auf die Zusammenarbeit in der Nato und auf die Bedeutung Großbritanniens als Handels- und Wirtschaftspartner, etwa für die Autoindustrie. Kauder sagt aber auch: "Da gibt es keine Extrawürste, da gibt es keine Geschenke, das ist auch klar." Wie Merkel sieht auch er keinen großen Zeitdruck für die formelle Einleitung des Scheidungsprozesses durch London: "Die ganzen Verhandlungen werden mehr als zwei Jahre in Anspruch nehmen, da kommt es auf ein paar Wochen nun nicht an", sagt er.

+++ 6.53 Uhr: Diplomat: Großbritannien wird möglicherweise nie den EU-Austritt erklären +++

Großbritannien wird nach Einschätzung eines ranghohen EU-Diplomaten "möglicherweise nie" den Austritt aus der Europäischen Union erklären. "Ich würde nicht ausschließen, und das ist meine persönliche Überzeugung, dass sie es vielleicht nie tun werden", sagt der Diplomat. Er erklärt nicht, ob er davon ausgehe, dass Großbritannien stattdessen ein erneutes Referendum über die EU-Mitgliedschaft abhalten oder aber den Trennungsprozess mit der EU ewig herauszögern werde, um den bestmöglichen Deal für sich herauszuschlagen.

Nach dem britischen Austrittsvotum drängen zahlreiche EU-Vertreter Großbritannien, rasch das formelle Austrittsgesuch einzureichen. In Brüssel wird jedoch nicht damit gerechnet, dass der britische Premier David Cameron das Gesuch bereits bei dem EU-Gipfel am Dienstag einreicht. Cameron hat seinen Rücktritt bis Oktober angekündigt und will den Schritt seinem Nachfolger überlassen.

+++ 6.49 Uhr: Pfund rutscht Richtung 31-Jahres-Tief ab +++

Der Brexit-Schock hat den Devisenmarkt weiter fest im Griff. Das britische Pfund gerät im asiatischen Handel erneut unter Druck. Ein Pfund kostete zuletzt rund 1,34 Dollar und damit nur etwas mehr als am Freitagmorgen, als die britische Währung wegen des für die Finanzmärkte überraschenden Brexit-Votums innerhalb weniger Stunden von 1,50 Dollar auf das 31-Jahres-Tief von 1,3329 Dollar gefallen war. Von diesen massiven Verlusten konnte sich das Pfund im Handelsverlauf erholen und ging dann mit Notierungen von knapp 1,37 Dollar ins Wochenende.

+++ 5.31 Uhr: Debatte um bundesweite Volksabstimmungen dauert an +++

Nach dem Votum der Briten für den Ausstieg aus der EU dauert die Debatte um bundesweite Volksabstimmungen in Deutschland an. "Man kann nicht gegen Volksabstimmungen sein, nur weil sie schlecht ausgehen könnten", sagt der stellvertretende Unions-Fraktionschef Hans-Peter Friedrich der "Mitteldeutschen Zeitung". Es gebe Entscheidungen, die "nicht aus der Machtvollkommenheit eines auf vier Jahre gewählten Parlaments" heraus getroffen werden dürften.

Der Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner hält ebenfalls trotz des Brexit-Votums an der Forderung nach mehr direkter Demokratie in Deutschland fest. Es sei "klar, dass Beteiligung in unserer Gesellschaft einen Wert an sich darstellt", sagt er der "Berliner Zeitung". Deshalb sei er weiterhin der Überzeugung, dass "die repräsentative Demokratie durch direkte Elemente ergänzt werden sollte". Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping spricht sich gegenüber der Zeitung für eine europaweite Abstimmung der Bevölkerungen aus.

+++ 5.15 Uhr:  Brexit bringt neue Unsicherheiten für Weltwirtschaft +++

Großbritanniens Votum verstärkt nach den Worten von Chinas Premier Li Keqiang die Unsicherheiten für die Erholung der Weltwirtschaft. "Wir müssen die Herausforderungen gemeinsam angehen und ein stabiles internationales Umfeld schaffen", sagt der chinesische Regierungschef am Montag auf dem "Sommer-Davos" genannten Weltwirtschaftsforum in der chinesischen Metropole Tianjin. Europa sei ein wichtiger Partner für China, das seine Beziehungen sowohl mit der Europäischen Union als auch mit Großbritannien weiter ausbauen wolle, sagt Li Keqiang.

+++ 0.27 Uhr: Tschechiens Außenminister fordert Rücktritt von EU-Kommissionspräsident wegen Brexit +++

Nach dem britischen Votum für den Ausstieg aus der Europäischen Union spricht Tschechiens Außenminister Lubomir Zaoralek sich für den Rücktritt von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker aus. Juncker sei derzeit "nicht der richtige Mann für den Job", sagt Zaoralek am Sonntag in einer Fernsehdebatte. "Jemand in der EU sollte vielleicht einen Rücktritt erwägen", weil er für das Brexit-Votum verantwortlich sei, ergänzt der Minister.

jen DPA AFP

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