HOME

Bürgerkrieg in Syrien: "Ärzte ohne Grenzen" bestätigen Vergiftungssymptome

Nach Berichten über den Einsatz von Giftgas im syrischen Bürgerkrieg hat die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" den Tod Hunderter Menschen mit Vergiftungssymptomen bestätigt.

Die angesehene Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" hat die bisher unbestätigten Berichte über den Einsatz von Giftgas im syrischen Bürgerkrieg bestärkt.

In drei verschiedenen Krankenhäusern außerhalb von Damaskus seien Hunderte Menschen mit "neurotoxischen Symptomen" eingeliefert worden und 355 von ihnen gestorben, heißt es. Rund 3600 Menschen seien am Mittwochmorgen weniger als drei Stunden nach den mutmaßlichen Giftgasangriffen auf Vorortbezirke von Damaskus in die Kliniken gebracht worden. Die Patienten hätten unter den für Vergiftungen typischen Krämpfen, extremem Speichelfluss und Atemnot gelitten. Man habe sie mit Atropin behandelt, einem Medikament, das bei "neurotoxischen Syptomen" verwendet wird.

Die Angaben stammen laut der Hilfsorganisation aus von "Ärzte ohne Grenzen"-unterstützten Krankenhäusern in der Region Damaskus.

Die Regierung Assad hat den Vorwurf, die eigene Bevölkerung mit Giftgas angegriffen zu haben, bisher entschieden zurückgewiesen. Experten hatten bisher keinen Zutritt zum betroffenen Gebiet.

"Ärzte ohne Grenzen" sagte weiter, dass man keinen letzten Beleg für den Grund der Vergiftungssymptome geben könne, dass man selbst aber "stark" von dem Einsatz eines Nervengifts ausgehe.

"'Ärzte ohne Grenzen' hofft, dass unabhängige Ermittler sofort Zugang erhalten und Erklärungen finden, für das, was passiert ist", sagt "Ärzte ohne Grenzen"-Direktor Christopher Stokes in einem Statement. Dieser letzte Angriff und der daraufhin notwendige massive medizinische Einsatz sei noch eine Steigerung der ohnehin katastrophalen Situation, die von extremer Gewalt, Vertreibung und willkürlicher Zerstörung medizinischer Einrichtungen bestimmt sei, so Stokes. "Im Falle solch extremer Verletzungen der Gesetze der Menschlichkeit kann die humanitäre Unterstützung nicht wirksam helfen und wird bedeutungslos."

sal/AFP / AFP