Bush-Ansprache "Wir werden ihn kriegen!"


In bislang eindeutigster Form hat US-Präsident George W. Bush eingeräumt, dass der vertriebene irakischen Machthaber Saddam Hussein offenbar noch am Leben ist.

In bislang eindeutigster Form hat US-Präsident George W. Bush eingeräumt, dass der vertriebene irakischen Machthaber Saddam Hussein offenbar noch am Leben ist. Saddam Hussein versuche, den amerikanischen Besatzungstruppen in Irak Ärger zu machen. "Wir werden ihn kriegen, wir werden ihn finden", sagte er am Dienstag vor Journalisten in Kalifornien.

Die US-Regierung hatte sich lange geweigert, zu erklären, ob Saddam Hussein tot ist oder lebt. Diese Haltung änderte sich jedoch in jüngster Zeit. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte vergangene Woche, Anschläge gegen US-Soldaten seien praktisch unvermeidlich, so lange Saddam Hussein noch nicht gefasst sei. Andere US-Beamte bezweifeln jedoch, dass der entmachtete und untergetauchte Präsident in der Lage ist, Angriffe gegen die US-Streitkräfte zu koordinieren.

Wieder Granaten auf US-Soldaten

Am frühen Mittwochmorgen wurde ein Lager der US-Truppen in der nordirakischen Stadt Mossul mit Granaten angegriffen. Es habe keine Opfer gegen, teilte die Militärführung mit. Am Abend zuvor war erneut das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Bagdad mit Mörsergranaten angegriffen worden. Dabei wurden nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums drei Menschen verletzt. Es blieb aber zunächst unklar, ob es sich dabei um Soldaten oder Zivilisten handelte.

Kritik an arabischen TV-Sendern

Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz übte unterdessen scharfe Kritik an arabischen Sendern wie El Dschasira und El Arabija. Diese seien "Propaganda-Sender", die "Gift und Lügen" verbreiteten. Die USA müssten mehr für ihr Image in der arabischen Welt tun, sagte Wolfowitz in Washington. Allerdings käme die US- Regierung kaum gegen die Fernsehsender an.

Wie die irakische Zeitung "Al-Sabah" am Dienstag berichtete, hat der unter US-Aufsicht gebildete provisorische Regierungsrat in Bagdad entschieden, die arabischen Sender für jeden "Aufruf zur Gewalt" und jeden Versuch, die verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen gegeneinander aufzuwiegeln, mit einer Geldstrafe von mindestens zehn Millionen US-Dollar zu bestrafen.

AP, dpa AP

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