HOME

Chaos in Tunis: Volkes Zorn trifft schwedische Jäger

Es ist ein Beispiel für die aufgeheizte Stimmung und das Chaos, das auf den Straßen Tunis regiert: Mehrere Schweden wurden von einem aufgebrachten Mob in die Mangel genommen. Grund: Man hatte Gewehre bei ihnen gefunden. Die Schweden waren zur Jagd in Tunesien.

Mehrere Schweden sind in Tunis um ein Haar zu Opfern der aufgeladenen Atmosphäre geworden. Aufgebrachte Anwohner attackierten die zwölf Männer, die zur Jagd im Land waren. Sie seien in drei Taxis auf dem Weg zum Flughafen gewesen, als sie an einer improvisierten Straßensperre angehalten worden seien, erzählte Ove Oberg, einer der Jäger, Journalisten in Tunis. Bei der Durchsuchung der Wagen seien ihre Gewehre entdeckt worden, daraufhin sei die Lage eskaliert. "Sie haben uns aus den Autos gezerrt, uns wie ausländische Terroristen behandelt. Wir wurden mit Füßen getreten und geschlagen."

Oberg und fünf neben ihm stehende Schweden hatten zahlreiche blaue Flecken und Blutflecken. Drei andere Jäger in einem anderen Fahrzeug wurden nicht angegriffen, das Schicksal von drei weiteren Schweden sei aber unklar. Die Polizei habe ihnen schließlich geholfen, die Angelegenheit zu klären, sagte Oberg. Die Gruppe war vor zehn Tagen nach Tunesien gekommen, um Wildschweine zu jagen. In der Hauptstadt herrschte zu dem Zeitpunkt eine angespannte Atmosphäre. Immer wieder hielten Sicherheitskräfte Taxis und andere Fahrzeuge an und durchsuchten sie nach Waffen. Kurze Zeit später kam es zu Gefechten zwischen bewaffneten Anhängern des abgesetzten Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali und Sicherheitskräften der Übergangsregierung. Mit Beginn der nächtlichen Ausgangssperre kehrte jedoch wieder Ruhe ein.

AFP/ben / AFP
Themen in diesem Artikel