Chronik Die Loslösung des Kosovos von Serbien


Seit dem Verfall des früheren Jugoslawiens strebte das Kosovo auf eine Unabhängigkeit von Serbien zu. Eine Chronik der wichtigsten Meilensteine.

1974

In der jugoslawischen Verfassung wird das Kosovo zur autonomen Provinz der Teilrepublik Serbien erklärt.

1989

Der damalige serbische Präsident Slobodan Milosevic hebt die Autonomie des Kosovos auf und entsendet Truppen, um Proteste niederzuschlagen.

1991

Separatisten rufen die Republik Kosovo aus, die vom Nachbarland Albanien anerkannt wird.

1992

Ibrahim Rugova wird zum Präsidenten dieser Republik gewählt und verspricht, die Unabhängigkeit auf friedlichem Wege anzustreben.

1996

Die Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) liefert sich immer häufiger Gefechte mit serbischen Einheiten. Letztere gehen immer härter gegen separatistische Bestrebungen vor.

April 1998

In einem Referendum lehnen 95 Prozent der Serben eine internationale Vermittlung im Kosovo-Konflikt ab. Daraufhin werden internationale Sanktionen gegen Belgrad verhängt.

Oktober 1998

Nach Massakern an Kosovo-Albanern beschließt die Nato Luftangriffe auf Serbien.

Februar/März 1999

Ein international vermitteltes Friedensabkommen wird von Belgrad abgelehnt.

24. März 1999

Die Nato startet Luftangriffe auf Serbien, die 78 Tage lang anhalten.

10. Juni 1999

Milosevic erklärt sich zum Truppenabzug aus dem Kosovo bereit.

12. Juni 1999

50.000 Nato-Soldaten beziehen Stellung im Kosovo. Die Provinz wird der Kontrolle der Vereinten Nationen unterstellt.

Februar 2002

Parlaments- und Präsidentenwahlen im Kosovo, Rugova wird an der Spitze bestätigt.

März 2004

Zahlreiche blutige Übergriffe der verfeindeten Volksgruppen, insbesondere der Kosovo-Albaner auf Serben.

Januar 2006

Rugova stirbt an Lungenkrebs.

Februar 2006

Unter UN-Vermittlung beginnen die sogenannten Status-Verhandlungen für das Kosovo.

Oktober 2006

Serbien billigt per Referendum eine neue Verfassung, in der das Kosovo zum integralen Landesteil erklärt wird.

26. Januar 2007

Der UN-Sondergesandte Martti Ahtisaari präsentiert der Kosovo-Kontaktgruppe (Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, USA und Russland) seinen Plan für eine international überwachte Unabhängigkeit des Kosovos. Serbien und auch Russland lehnen dies entschieden ab.

Juli 2007

Der Friedensprozess unter UN-Vermittlung wird für gescheitert erklärt. Weitere Verhandlungen der Troika aus EU, USA und Russland, die bis Dezember andauern, bringen ebenfalls keine Lösung.

17. November 2007

Der frühere Separatistenführer Hashim Thaci gewinnt die Parlamentswahl im Kosovo und wird Ministerpräsident. Er verspricht die baldige Unabhängigkeit.

17. Februar 2008

Das Kosovo erklärt sich für unabhängig.


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