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Clint Eastwood bei den Republikanern: "Stuhl-Rede" war improvisiert

Wenn etwas vom Parteitag der US-Republikaner im Gedächtnis bleibt, dann ist es Clint Eastwoods Gespräch mit einem leeren Stuhl. In einem Interview erklärt der Hollywoodveteran, wie es dazu kam.

Clint Eastwood (82) hat in einem Interview mit einem kalifornischen Lokalblatt seine bizarre Rede beim Parteitag der Republikaner verteidigt. Die Idee zu dem Sketch mit einem leeren Stuhl sei ihm erst kurz vor seinem Auftritt gekommen, sagte der Oscar-Preisträger in dem am Freitag veröffentlichten Interview der Zeitung "The Pine Cone" in Carmel, wo Eastwood einst Bürgermeister war. Bei seinem Auftritt am 30. August hatte der Filmemacher zu #link;http://www.stern.de/politik/ausland/wahlkampf-fuer-republikaner-die-denkwuerdige-rede-von-clint-eastwood-1887407.html ;einem leeren Stuhl gesprochen#, auf dem ein unsichtbarer Barack Obama sitzen sollte.

Die umstrittene Rede des bekennenden Republikaners sorgte weltweit für Schlagzeilen und löste einen Sturm über Twitter aus. Im Internet wurde der Auftritt massenhaft nachgestellt, das Phänomen bekam den Namen "Eastwooding". Er habe sein Ziel erreicht, drei Dinge zu vermitteln, zog Eastwood nun Bilanz: "Dass nicht jeder in Hollywood links steht, dass Obama eine Menge Versprechen gebrochen hat und dass die Leute das Recht haben, jeden Politiker abzusetzen, der keine gute Arbeit leistet".

"Obama ist der größte Schwindel"

"Präsident Obama ist der größte Schwindel, dem das amerikanische Volk je aufgesessen ist", sagte Eastwood weiter. "Romney und Ryan würden ihren Job viel besser machen, das Land zu regieren, und das soll jeder wissen. Ich mag viele Linke vor den Kopf gestoßen haben, aber ich habe auf die Leute in der Mitte gezielt".

Eastwood räumte ein, dass sein Auftritt "sehr unorthodox" gewesen sei. Der Stuhl habe dort herumgestanden, und dann sei ihm die Idee gekommen. Er habe sich nicht an ein festes Skript gehalten, sondern spontan gesprochen. "Da steht dieser verrückte Schauspieler, der 82 Jahre alt ist, dort oben in einem Anzug", resümierte der Filmemacher. "Ich war mal Bürgermeister, und die dachten wohl, ich wüsste wie man eine Rede hält. Aber selbst als Bürgermeister habe ich nie Reden von mir gegeben. Ich habe Vorträge gehalten".

san/DPA / DPA