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Der Fahrplan zur US-Wahl: Das passiert, wenn Hillary Clinton antritt

Gegen Ende des Jahres will Hillary Clinton bekannt geben, ob sie ins Rennen um die US-Präsidentschaft gehen will. Der Weg ins Weiße Haus ist lang - und es gibt viel Konkurrenz. Ein Überblick.

Von Norbert Höfler und Martin Knobbe, New York

Erst kommt das Baby ihrer Tochter Chelsea, dann die Entscheidung. Im Gespräch mit Hillary Clinton wollte der stern von auch wissen, wann sie über ihre Kandidatur entscheide. Ihre Antwort war: "Rechnen Sie damit gegen Ende diesen Jahres." Bis zum Wahltag, dem 8. November 2016, sind es dann noch gut 20 Monate. Eine lange Strecke. 2015 würde sie nutzen, um Unterstützer und vor allem Geld zu sammeln. Wählerinitiativen wie "Ready for Hillary" sind bereits aktiv. Zum Vergleich: Barack Obama und sein Konkurrenten Mitt Romney gaben 2012 jeweils mehr als eine Milliarde Dollar für ihre Kampagnen aus.

Ab Januar 2016 müssten sich Hillary Clinton und alle anderen Kandidaten der Demokraten den Vorwahlen in der eigenen Partei stellen. Sie beginnen traditionell in den Bundesstaaten Iowa und New Hampshire. Spätestens im Juni 2016 steht dann fest, wer in den Kampf ums Weiße Haus zieht. In ihrer eigenen Partei muss Hillary Clinton, 66, möglicherweise mit vier Konkurrenten rechnen:

Joe Biden, 71, zur Zeit Vize-Präsident. Es wäre sein vierter Versuch. Biden gilt als bodenständig und zögerlich. In ihrem Buch beschreibt Clinton, wie Biden den Präsidenten vor dem Einsatz gegen Bin Laden warnte. Hillary Clinton hingegen riet stark zu.

Brian Schweitzer

, 58, ehemaliger langjähriger Gouverneur von Montana. Er gilt als "Grüner", setzt sich aber auch für das Recht ein, eine Waffe zu tragen.

Elisabeth Warren

, 64, angesehene Rechtsprofessorin, errang 2011 einen Sitz im US-Senat. Sie zählt zum linken Flügel der Demokraten, ist als scharfe Kritikerin der Wall Street bekannt. Auch sie hat gerade eine politische Biografie geschrieben.

Bei den Republikanern machen sich vier Männer - aber bisher keine Frau - für ein Rennen bereit:

Chris Christie

, 51, seit 2010 Gouverneur von New Jersey. Er ist in lokale Skandale verwickelt, gilt aber als Mann der Mitte und kann mit Demokraten zusammenarbeiten - zuletzt mit Obama nach dem Wirbelsturm Sandy.

Ted Cruz

, 43, war Generalstaatsanwalt in Texas. Er ist erst seit 2011 im US-Senat und gilt als Shootingstar der radikalen Tea-Party-Bewegung. Cruz tritt für einen schlanken Staat ein und propagiert Therapien gegen Homosexualität.

Rand Paul

, 51, Augenarzt, seit 2011 im US-Senat. Er steht für neoliberale Wirtschaftspolitik, die Regierung soll sich aus dem Leben der Menschen heraushalten. Kriegseinsätze der USA lehnt er ab - wie sein Vater Ron Paul, der 2012 als Präsidentschaftskandidat kaum Chancen hatte, aber sehr viele junge Wähler begeisterte.

Jeb Bush

, 61, bis 2007 Gouverneur in Florida, jüngerer Bruder von George W. Bush. Er gilt als moderat, setzt sich für die Rechte von Einwanderern ein. Übersteht er die Vorwahlen im eigenen Lager, könnte er ein ernsthafter Konkurrent für Hillary Clinton werden.

Gegen Hillary Clinton allerdings hätte zur Zeit keiner eine Chance - weder Demokraten noch Republikaner. Die Umfragen sind eindeutig: Würde Hillary Clinton heute antreten, würde sie die nächste US-Präsidentin sein.

Von:

Martin Knobbe und