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Marc Kasowitz: Trumps Anwalt holt nach Comeys Anschuldigungen zum Gegenangriff aus

Immerhin: Donald Trump hat nicht zur Anhörung von James Comey getwittert. Doch jetzt bestreitet sein Anwalt, dass der Präsident von Comey "Loyalität" verlangt hat und bringt Ermittlungen gegen den Ex-FBI-Chef wegen Preisgabe von Interna ins Spiel.

Trumps Anwalt Marc Kasowitz holt nach den Äußerungen von James Comey zum Gegenangriff aus

Trumps Anwalt Marc Kasowitz holt nach den Äußerungen von James Comey zum Gegenangriff aus

Nach der Anhörung des Ex-FBI-Chefs James Comey vor dem US-Senat hat der Anwalt von US-Präsident Donald Trump strafrechtliche Ermittlungen gegen Comey wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen ins Gespräch gebracht. "Heute hat Herr Comey zugegeben, dass er Freunden seine angeblichen Memos von diesen unter Vertrauensschutz stehenden Gesprächen weitergegeben hat, von denen eines nach seiner Aussage als Geheimsache eingestuft wurde", sagte Trumps privater Anwalt Marc Kasowitz am Donnerstag vor der Presse in Washington.

Es obliege nun den zuständigen Behörden zu entscheiden, ob diese Indiskretionen "mit all den anderen untersucht" würden, fügte der Jurist hinzu. Außerdem wies Kasowitz Teile von Comeys Aussage vor dem Senat ausdrücklich zurück. Trump habe Comey weder wörtlich noch sinngemäß "gesagt 'Ich brauche Loyalität, ich erwarte Loyalität'".

Comeys Vorwürfe könnten Trump das Amt kosten

Comey war zuvor stundenlang von US-Senatoren befragt worden. Dabei hatte er Trump vorgeworfen, dieser habe "Lügen" über die Umstände seiner Entlassung Anfang Mai verbreitet. Der Präsident habe dadurch sowohl ihn persönlich als auch das FBI "diffamiert", sagte Comey. In der Anhörung ließ Comey tiefe Sorge über Trumps Vorgehen durchblicken. Die Haltung des Präsidenten zu den Ermittlungen in der Russland-Affäre bezeichnete der ehemalige FBI-Chef als "sehr beunruhigend". Es sei jedoch nicht seine Aufgabe zu beurteilen, ob sich Trump mit seinem Vorgehen der Behinderung der Justiz schuldig gemacht habe - ein Vorwurf, der Trump das Amt kosten könnte.


Comey räumte ein, selbst für die Verbreitung seiner internen Aufzeichnungen über die Gespräche mit Trump in den Medien gesorgt zu haben. Er habe einen Freund beauftragt, nach seiner Entlassung seine vertraulichen Notizen an einen Reporter weiterzureichen, sagte Comey. Von diesen Enthüllungen habe er sich die Einsetzung eines Sonderermittlers versprochen. Tatsächlich wurde kurz darauf Robert Mueller für dieses Amt ernannt.

Donald Trump schweigt brav zu den Vorwürfen

Trump selbst hat zu den Vorwürfen bislang dichtgehalten. Auch auf Twitter hat der Präsident sich nicht geäußert. Darum hatten seine Parteikollegen ihn im Vorfeld auch inständig gebeten. Denn die US-Republikaner kennen ihren Pappenheimer inzwischen. Wie CNN berichtet, haben gleich mehrere republikanische Abgeordnete von "ihrem" Präsidenten gefordert: "Schalten Sie den Fernseher ab und verstecken Sie Ihr Smartphone".

Vor allem der Republikaner Richard Burr, der die Anhörung Comeys leitete, hatte sich gewünscht, dass sich Trump während der öffentlichen Befragung zurückhält: "Ich wünschte, er würde etwas anderes tun" als zuzuschauen. An der Sachlage würde das Wissen, dass der Präsident zuschaut, jedenfalls nichts ändern. 

jen / DPA / AFP