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Verfahren gegen Donald Trump: Katastrophenstimmung im Weißen Haus: "Wie bei einem Kategorie-5-Sturm"

Wildes Getwitter, verstörende öffentliche Auftritte: US-Präsident Donald Trump wirkt derzeit angezählt. Im Weißen Haus herrscht laut einem Medienbericht wegen des drohenden Impeachments Panik. Es fehle an einer Strategie zur Verteidigung.

Donald Trump

Unter dem Hashtag #MeltdownTrump gehen Videos und Berichte über eine bizarre gemeinsame Pressekonferenz von Donald Trump mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö im Oval Office um die Welt. Der amtierende US-Präsident wirkt seit einigen Tagen enorm dünnhäutig, poltert noch mehr als ohnehin von ihm gewohnt. Die Zahl der furiosen Tweets steigt ständig. Das drohende Amtsenthebungsverfahren scheint bei Trump Spuren zu hinterlassen. Und offenbar nicht nur bei ihm persönlich.

Trumps Zustand schlägt laut einem Medienbericht voll auf die tägliche Arbeit im Weißen Haus durch. Das zumindest will die Wirtschaftsnachrichten-Seite "Business Insider" von gleich einem halben Dutzend aktueller und früherer Regierungsmitarbeiter erfahren haben. Im Westflügel, dort wo die offiziellen Präsidentenbüros untergebracht sind, herrschten derzeit Zustände wie "bei einem Kategorie-5-Sturm", zitiert der "Insider" nach eigenen Angaben einen hochrangigen Beamten. Seit durch die Enthüllung des Telefonats Trumps mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Untersuchung zu einem Amtsenthebungsverfahren in Gang gekommen ist, wirke das Weiße Haus wie "paralysiert". Der Regierungsapparat stehe "am Rand einer Klippe", heißt es weiter.

Donald Trump: Berater sind in Sorge

Wie der "Business Insider" weiter berichtet, seien Trumps Berater in Sorge, dass es sich jetzt rächen könnte, dass im Weißen Haus unter dem aktuellen Präsidenten kein zusammenhängender interner Apparat aufgebaut wurde. Eine effektive Verteidigung gegen die von den Demokraten im Repräsentantenhaus angestrengte Untersuchung werde dadurch enorm erschwert. Die teils verstörenden TV-Auftritte von Trumps Rechtsanwalt, den früheren New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, machten die Sache nicht besser. Im Gegenteil: "Wir warten darauf, dass Hurricane Rudy endlich aufhört, alles zu zerstören, was in seinem Weg liegt", zitiert der "Insider" einen weiteren Beamten.

Dem Bericht zufolge fehlt den Trump-Getreuen ein Konzept, um wirksam gegen die immer drängender werdenden Impeachment-Forderungen anzugehen. Trump brauche eine Verteidigung, "die nicht so wirkt als stamme sie von einem Haufen angepisster Vorschulkinder", findet ein ehemaliger Regierungsbeamter laut dem Bericht drastische Worte. "Man kann nicht herumlaufen und 'Fake News' und 'Hexenjagd' schreien, wenn man selbst Beweise veröffentlicht. So funktioniert das nicht", kommentiert der Beamte das derzeitige Verhalten des Präsidenten.

"... dann wird ihn die Sache verschlucken"

Was derzeit passiere, sei keine zwei Jahre andauernde Untersuchung wie die Mueller-Ermittlung zu angeblichen Kontakten des Trump-Wahlkampfteams nach Russland. "Diese Sache entwickelt sich schnell, und wenn es der Präsident nicht schafft, die Kontrolle darüber zu gewinnen, wird sie ihn verschlucken."

Zumal die Veröffentlichung des Memos über das Telefonat mit Selenskyj ohnehin ein großer Fehler gewesen sein soll. "Das war wohl das Dümmste seit Langem", wird ein Berater der Republikaner zitiert. "Jeder, des das Gespräch kannte, wusste, dass es den Präsidenten begraben würde. Darum wurde das Transkript ja vergraben", wird der Berater weiter zitiert. Er könne sich nicht vorstellen, wieso Trump geglaubt habe, die Veröffentlichung würde ihm helfen. Einzige Erklärung: Der Präsident habe geglaubt, nichts falsch gemacht zu haben, so dass die Freigabe des Memos die Angelegenheit beruhigen würde.

Nachdem dies nicht geklappt hat, feuere Trump nun aus allen Rohren, wie "Bloomberg" berichtet. Statt eine professionelle Strategie zu verfolgen, wolle er mit einer Mega-Kampagne aus Twitter-Tiraden, Videos und den ihm wohlgesonnenen TV-Kanälen die Krise beenden. Diese Vorgehen aber verfehle ihre Wirkung derzeit völlig, heißt es in den Berichten. Es mache eher alles noch schlimmer.

Quellen: "Business Insider", "Bloomberg"

dho