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Dokumentation auf Twitter Milliardenschwerer Präsident Trump bettelt Claus Kleber um Spenden an

ZDF-Anchorman Claus Kleber wurde von Donald Trump um Spenden angebettelt
Hält nichts davon, dass das Team von US-Präsident Donald Trump wie eine Drückerkolonne auftritt: ZDF-Anchorman Claus Kleber.
© Picture Alliance/Screenshot Twitter
Da staunte ZDF-Anchorman Claus Kleber nicht schlecht: In seiner Mailbox fand er einen Bettelbrief, in dem dringend um Spenden gebeten wurde. Es war eine Mail aus dem Hauptquartier von Donald Trump.

Erstmals sitzt mit Donald Trump ein finanziell unabhängiger Unternehmer im Weißen Haus. Das wurde im Wahlkampf stets als Beweis für die Unabhängigkeit des Republikaners angeführt. Denn als Immobilien-Milliardär hätte Trump auch ohne Unterstützung ohne weiteres seine Kampagne bezahlen können.

Einen Bettelbrief, in dem dringend um Spenden gebeten wird, würde man von Trump also am wenigsten erwarten. Und doch gibt es das. Claus Kleber, einige Zeit ZDF-Korrespondent in den USA und derzeit Anchorman des "heute-journal", hat am Montag so einen Bettelbrief bekommen - und zwar nicht nur einmal. Über seinen Twitter-Kanal machte er die erste Mail öffentlich:

Spendenbitte von Donald Trump unterzeichnet

"Claus, Präsident Trump braucht gerade jetzt Ihre Hilfe", beginnt der Brief. Trotz der namentlichen Ansprache wissen die Leute aus dem Trump-Hauptquartier aber offenbar nicht, wen sie da eigentlich anbetteln. "Erst seit zehn Tagen ist Präsident Trump im Amt, und die Medien führten jeden einzelnen Tag einen bösen Krieg gegen ihn", schreiben die Spenden-Eintreiber ausgerechnet an den deutschen TV-Journalisten. Sollten nicht genügend Gelder zusammenkommen, würden die Medien dies als mangelnde Unterstützung für Trump interpretieren, heißt es da flehentlich. Aber mit einer Spende von 100, 65, 50, 35, 20 oder auch nur 10 Dollar könnte Kleber helfen, das zu verhindern und das nötige Januar-Budget zusammenzutragen.

Hintergrund: In den USA ist die Parteien- und Wahlkampffinanzierung durch Spenden klar geregelt. Es gibt sogar eine eigene Behörde, die Federal Election Commission (FEC), bei der die Parteien den Geldfluss monatlich dokumentieren müssen. Für Republikaner und Demokraten ist die Spendenhöhe ein beliebter Gradmesser, um die Höhe der Unterstützung für die Politik des jeweiligen Spitzenkandidaten bzw. des Präsidenten für sich zu reklamieren. Insbesondere zu Wahlkampfzeiten ist deshalb kaum ein Wähler, der sich einmal für das jeweilige Lager registriert hat, vor solchen Bettelmails sicher.

Kleber entschloss sich, die Schnorrer-Botschaft schlicht zu ignorieren. Doch schon bald erreicht ihn eine weitere Mail - diesmal unterzeichnet vom Präsidenten höchstpersönlich. 68.542 Dollar fehlen dem Milliardär im Weißen Haus und seinem Team noch. "Zur Wahrheit gehört: Auch Obama hat Geld gesammelt. Aber nicht so krass, so früh, so persönlich und mit Unterschrift "President of the U.S.", ordnet Kleber die Spendenaufforderung via Twitter ein. Und tatsächlich kommt schon bald eine ähnliche Mail von den Demokraten:

"Claus - ist alles in Ordnung?"

Den aufdringlichen Spenden-Eintreibern von Trump aber entkommt Kleber nicht so ohne weiteres. Und die dritte Mail an diesem Mittwoch hat prompt einen leicht verärgerten Unterton: "Claus - ist alles in Ordnung?", steht da zu lesen. Der Präsident habe gemailt, sogar zweimal, und trotzdem fehlten fünf Stunden vor Ultimo immer noch 42.781 Dollar.

Kleber ließ sich natürlich nicht drängen: "Spenden gehören zur US-Politik. Aber ich erwarte einen Unterschied zwischen einem Präsidenten und einer Drückerkolonne." In seinem Stil bleibt sich Donald Trump offenbar auf allen Ebenen treu.

 

dho

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