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#TrumpsLastDay US-Amerikaner feiern Trumps Abgang – doch er hinterlässt ein Trümmerfeld

Sehen Sie im Video: Mehr als 30.000 falsche Behauptungen – die drei größten Lügen von Trumps Präsidentschaft.






Vier Jahre war Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. In seiner Amtszeit hat er mehr als 30.000 falsche Behauptungen aufgestellt – in 1455 Tagen. Das heißt er hat durchschnittlich 21 Mal am Tag gelogen. Das zählt der "Fact Checker", eine laufende Datensammlung der Washington Post. Wir zeigen Trumps größte Lügen im Video:


Amtseinführung


"I get up this morning, I turn on one of the networks, and they show an empty field. I say, wait a minute, I made a speech. I looked out, the field was — it looked like a million, million and a half people (…) And I turn on — and by mistake I get this network, and it showe   d an empty field. And it said we drew 250,000 people. Now, that’s not bad, but it’s a lie."


"Ich stehe heute morgen auf, mache einen Sender an und sie zeigen einen leeren Platz. Ich denke mir: „Moment, ich habe eine Rede gehalten. Ich habe mich umgesehen, da waren – es sah aus wie eine Million oder 1,5 Millionen Menschen. Ich schalte ein – und erwische versehentlich diesen Sender und sie zeigen einen leeren Platz. Sie sagen, wir hätten 250.000 Leute angezogen. Das ist nicht schlecht, aber eine Lüge."


Bilder des Events zeigen jedoch, dass weite Teile der National Mall leer blieben. Sean Spicer, Trumps Pressesprecher, stellt am nächsten Tag klar:


"This was the largest audience to ever witness an inauguration, period."
"Das war das größte Publikum, das je eine Vereidigung bezeugt hat. Punkt."


Und damit gab es den ersten Fall der "alternativen Fakten", die aus dem Weißen Haus stammen.


Wirtschaft


Die meisten Lügen, die Trump erzählt hat, betreffen die Wirtschaft. 492 Mal soll Trump diese Lüge wiederholt haben:
"We created the greatest economy in history."
"Wir haben die tollste Wirtschaft in der Geschichte geschaffen."
In nahezu jeder wichtigen Hinsicht schnitt die Wirtschaft unter Trump nicht so gut ab wie unter den Präsidenten Dwight D. Eisenhower, Lyndon B. Johnson oder Bill Clinton. Auch ohne die Coronavirus-Pandemie. Das schreibt die Washington Post.


"And I gave you the biggest tax cut in the history of our country."
"Und ich habe euch die größte Steuerkürzung in der Geschichte unseres Landes gegeben."


294 Mal wiederholte Donald Trump diese Lüge. Die Präsidenten Reagan und Obama erließen viel größere Steuerkürzungen laut Washington Post. Trumps Steuerkürzung war die achtgrößte in der Geschichte der USA.






US-Wahl 2020


"We won Georgia easily. We won it by a hundred of thousands of votes." (Telefonaufnahme – Jan 2, 2021)
"Ich habe diese Wahl mit Hunderttrausende Stimmen Vorsprung gewonnen."


Trump hat Georgia verloren – mit 12.000 Stimmen. Nicht nur das. Nachdem alle Stimmen in allen Bundesstaaten gezählt waren, war klar: Donald Trump hat die "popular vote" sogar mit mehr als sieben Millionen Stimmen verloren.


Ob Trump nach dem Ende seiner Präsidentschaft ehrlichere Töne anschlägt, ist unwahrscheinlich. Fest steht jedoch, dass die Lügen ihm keine zweite Amtszeit eingebracht haben.
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Donald Trump muss seinen Posten als US-Präsident räumen. Für viele Amerikaner ist das ein Grund zum Feiern – auf Twitter erinnern sie aber auch an die zahlreichen Tiefpunkte seiner Amtszeit

Der 20. Januar 2021 ist ein Tag, auf den viele Amerikaner sehnsüchtig gewartet haben, ebenso wie Menschen auf der ganzen Welt. An diesem Tag endet offiziell die Amtszeit von Donald Trump als 45. Präsident der USA. Joe Biden übernimmt am Mittag offiziell das Weiße Haus, auch wenn Trump und viele seiner Anhänger sich immer noch weigern, die Wahl als rechtmäßig anzuerkennen.

Nun aber gibt es für Trump nach erbittertem Kampf keine Chance mehr, er muss seinen Posten räumen. Für viele Beobachter gilt er als einer der schlechtesten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Dementsprechend wenige US-Amerikaner weinen seiner Amtszeit auch nur eine Träne nach. Auf Twitter schob sich am Morgen des 20. Januar amerikanischer Zeit der Hashtag #TrumpsLastDay nach vorne – "Trumps letzter Tag". User verabschiedeten den Präsidenten mit den Bildern seiner Amtszeit – und die beweisen, wie viel in den vergangenen Jahren in den USA zu Bruch gegangen ist. In der politischen Landschaft ebenso wie in der Gesellschaft.

User erinnern an Tiefpunkte der Amtszeit von Donald Trump

Einige der Vorkommnisse sind schon fast wieder vergessen. So liegt es schon mehr als fünf Jahre zurück, dass Trump auf der Bühne während einer Rede einen behinderten Reporter nachäffte und verspottete. "Als große Schwester eines behinderten Mädchens wusste ich von diesem Moment an, dass er ein desaströser Präsident sein würde", schreibt eine Userin. Dennoch konnte Trump 2016 die Wahl für sich entscheiden. 

Trumps Amtszeit endete mit einem Tiefpunkt der US-amerikanischen Geschichte: dem Sturm auf das Kapitol. Der Präsident verlässt das Amt, die Bilder dieses historischen Ereignisses sind aber jetzt schon tief in das Gedächtnis des Volkes eingebrannt – und zeigen, wie gespalten das Land nach vier Jahren Trump ist. "Dieses Bild steht für Trumps Vermächtnis", schreibt ein User zu einem Foto, das einen Mann mit der Konföderierten-Flagge im Kapitol zeigt. "Wir alle wussten, dass es passieren würde."

Nun wird es darauf ankommen, wie sich die USA davon erholen können – auf den neuen Präsidenten Joe Biden wartet eine gewaltige Aufgabe. Denn schließlich haben auch bei der Wahl im November mehr als 70 Millionen Menschen Trump gewählt. Seine Anhänger sind hasserfüllt und gewaltbereit. "Trump loszuwerden war einfach", schreibt ein Amerikaner deshalb auf Twitter. Schwieriger werde es, den Schaden, den er angerichtet hat, zu reparieren.

Trump boykottiert Amtseinführung von Joe Biden

Unter vielen US-Bürgern herrscht Feierstimmung: Trump wollen sie am liebsten nie wiedersehen – und wenn, dann vor Gericht oder hinter Gittern. Auch für viele Menschen im Rest der Welt fühlt sich das Ende seiner Präsidentschaft wie eine Befreiung an.

Die ZDF-"Heute Show" weist auf Twitter aber noch einmal darauf hin, dass auch am letzten Tag der Trump-Ära wenig so ist, wie man es aus den USA gewöhnt ist. Denn während normalerweise der Amtsvorgänger an der Amtseinführung seines Nachfolgers teilnimmt und ihm damit seine Unterstützung zeigt, wird Trumps Stuhl leerbleiben, wenn Joe Biden seinen Amtseid spricht.

epp

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