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Presseschau

Rede zur Lage der Nation : Was die US-Medien von Trumps Auftritt halten

Donald Trumps Rede zur Lage der Nation war gespickt mit Pathos und viel Nationalstolz. Bei den amerikanischen Medien stößt seine "State of the Union" dennoch auf wenig Zuspruch. Aber es gibt Ausnahmen.

Ist Donald Trump plötzlich vom Provokateur zum Versöhner mutiert? In seiner ersten Rede zur Lage der Nation gab er sich jedenfalls große Mühe, als Retter der Nation aufzutreten. Die US-Medien nehmen Trump den versöhnlichen Ton aber weitestgehend nicht ab. Allerdings ist der konservative Sender Fox News voll des Lobes. 

CNN: "Die Worte, die Trump hätte sagen müssen - es aber nicht tat"

Donald Trump hat eine der längsten Reden zur Lage der Nation in der Geschichte der Vereinigten Staaten gehalten [...]. Wir hörten berührende Geschichten über Tapferkeit und Patriotismus; wir hörten, wie Trump seine eigenen Erfolge rühmte und dabei sogar die Prahlereien auf einem angemesseneren Niveau hielt als gewöhnlich; wir hörten Forderungen nach nationaler Einheit, die wir aus dem aktuellen Weißen Haus normalerweise nicht hören. Aber der vielsagendste Aspekt der Rede waren die Worte, die Trump nicht ausgesprochen hat.

Ist es jemals vorgekommen, dass der Präsident der Vereinigten Staaten in der wohl wichtigsten Rede, die er in diesem Jahr halten wird, in der der seine Prioritäten und Prinzipien darlegt, kein einziges Mal das Wort "Demokratie" in den Mund nimmt?

"New York Times": "Was Trump an der 'State of the Union' nicht versteht"

Jeder Präsident hat die "State of the Union"-Rede dazu verwendet, seine eigene markenbildende Version des nationalen Mythos zu erzählen, und Mr. Trump kann nicht vorgeworfen werden, dass er seine eigene unverschämte Interpretation anbietet. Er sprach von "unglaublichem Fortschritt" und "außerordentlichem Erfolg" und kündigte einen "neuen amerikanischen Moment" in seiner Rede an, die eine Ewigkeit zu dauern schien. Aber er konnte den im Voraus versprochenen optimistischen Tonfall nicht aufrecht erhalten, kehrte stattdessen wieder zurück zu seinen unredlichen Beschwörungen einer wachsenden Bedrohung durch Einwanderer und einer zunehmenden internen Terrorgefahr [...].

Mr. Trump kann nicht für alle Probleme des Landes verantwortlich gemacht werden. Aber nach einem Jahr im Amt kann er zusammen mit der zappeligen und zynischen Kongressführung dafür zur Rechenschaft gezogen werden, dass sie die Probleme noch gravierender gemacht haben.

Fox News: "Trumps 'State of the Union' lieferte mehr Dramatik, Leidenschaft und Patriotismus als seine Kritiker aus Hollywood im ganzen Jahr"

Hollywood, nimm das! Präsident Trumps allererste Rede zur Lage der Nation lieferte mehr Dramatik, Leidenschaft und Patriotismus als seine Kritiker in Tinseltown das ganze Jahr über gesehen haben. Meine Meinung ist: Seine Beliebtheitswerte werden höher sein als die der Oscars und Grammys zusammen.

Experten haben erwartet, einen freundlicheren, sanfteren Präsidenten Trump zu hören, der einen Mittelweg einschlagen würde, um die Hilfe der Demokraten zu gewinnen, um seine Agenda weiter verfolgen zu können. Die Rede des Präsidenten war sicherlich positiver und optimistischer als seine finstere und kämpferische Antrittsrede, aber er ließ sich dennoch nicht bezwingen.

Er hat nicht seine Wahlversprechen zurückgezogen, um den Widerstand gegen ihn zu brechen. Stattdessen bekräftigte er sein Engagement für die Sicherung der Grenzen, für ein starkes Militär, für Religionsfreiheit, für Unterstützung der Veteranen und unserer Strafverfolgungsbehörden [...].

Die sauren Gesichter seiner Kritiker bedeuten: Sie haben Angst vor seinem Erfolg.

"Los Angeles Times": "Trump schlägt einen sanfteren Ton an, aber liefert die gleiche schreckliche Botschaft"

In seiner ersten Rede zur Lage der Nation sprach Präsident Trump in einem fast versöhnlichen Tonfall und vermied weitgehend sein übliches Getöse. Die zugrunde liegende Botschaft war jedoch sein vertrauter Appell an die Angst und den Groll, insbesondere gegenüber Einwanderern und ausländischen Feinden. Und die Agenda, die er darlegte, war, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eine nur eine etwas modifizierte Neuauflage seiner früheren Erklärungen.

Donald Trump hält Rede


ivi
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