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"The Trump Of The Week" Unter der Gürtellinie: Wie Trump es sich schon vor Jahren mit den Royals verscherzte

Hallo liebe Zuschauer, herzlich willkommen zu "The Trump of the Week"!


Keine Angst, liebe Zuschauer, aber US-Präsident Donald Trump ist auf dieser Seite des Atlantiks. Warum? Der Nato-Gipfel: Zwei Tage voller konstruktiven Besprechungen und freundlichem Händeschütteln. Ein vereintes Bündnis – wenn Trump nicht wäre.


Erst mal muss man sagen, es hätte schlimmer sein können. Zumindest hat Trump keinen anderen Regierungschef beiseite geschupst und die gemeinsame Erklärung mitunterschrieben – ohne später per Twitter zurückzurudern.


Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht für unangenehme Stimmung sorgen würde.


„Viele Länder zahlen nicht, was sie sollten. Tatsächlich schulden uns viele Länder enorme Summen Geld. Da sind sie säumig geworden soweit ich weiß, weil die USA für sie bezahlen musste.


Halt stopp, Mister President. Erst einmal muss man die Nato verstehen, um sie zu kritisieren: Nato-Mitglieder haben das Ziel, ihre Verteidigungsausgaben bis 2024 auf zwei Prozent des  Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen.
Das ist Geld, das ein Land für seine eigene Verteidigung ausgibt. Was viele aber nicht wissen, die Nato hat auch noch einen gemeinsamen Haushalt. Alle 29 Mitglieder tragen dazu bei. Und noch nie hat ein Mitglied den Beitrag nicht bezahlt.


Das ist Trump egal. Er sieht sich gerne in der Rolle des Geldeintreibers.
„Sie zahlen einen sehr schmalen Geldbetrag im Vergleich zu dem was sie uns schulden und zu dem was sie zahlen müssten. Es ist eine unfaire Last für die USA.“


Fakt ist: Es erreichen nur fünf von 29 Ländern das Zwei-Prozent-Ziel.


Aber nur weil das waffenverrückte Amerika 3,5 Prozent seines Haushalts für die Armee ausgibt, heißt das noch lange nicht, dass andere Länder da nachziehen müssen oder möchten. Die Nato darf sich von Trumps Forderungen nicht unter Druck setzen lassen.


Und jetzt noch mal ganz deutlich: Kein Land schuldet den USA Geld für Nato-Kosten. Punkt.


Der Nato-Gipfel machte auch deutlich: Angela und Donald werden keine besten Freunde.


Denn während des Frühstücks nimmt Trump Deutschland ins Visier:


„Es ist sehr traurig, dass Deutschland riesige Öl- und Gas-Deals mit Russland macht, wenn wir sie vor Russland beschützen sollen. Deutschland zahlt Milliarden über Milliarden an Russland. Ich finde das sehr unangemessen. Und der ehemalige Kanzler von Deutschland [Gerhard Schröder]ist Chef des Pipeline-Unternehmens, das das Gas zur Verfügung stellt. Wenn man sich das anschaut, Deutschland ist eine Geisel von Russland.


Die Gesichter seines Stabs sagen alles:
„Bitte, hör mal auf zu reden.“
„Warum habe ich diesen Job?“
„Habe ich das Licht im Bad an gelassen?“


Aber ernsthaft jetzt:
Der Kern seines Arguments: Wieso müssen die Vereinigten Staaten Deutschland von einem sogenannten Feind beschützten, wenn Deutschland wirtschaftliche Deals mit Russland macht?


Trump beschwert sich, dass Deutschland von Russland energieabhängig ist. Das stimmt einigermaßen. Allerdings kam im Jahr 2017 nur rund 40 Prozent des importieren Erdgases aus Russland, nach Angaben der deutschen Energiewirtschaft. Keine 60 oder 70 Prozent, wie Trump sagte.


Heute ist Donald Trump in London. Er trifft Theresa May und die Queen. Ich bin gespannt, wie das läuft. Denn die Königin von England wird sicher nicht vergessen haben, wie Trump Kate Middelton vor Jahren über Twitter höchstpersönlich angegriffen hat.


Kate hat sich oben ohne gesonnt, und Trump sagte, es sei ihre eigene Schuld, wenn sie denn von Paparazzi abgelichtet wird.


Und davor Princess Di. Trump sagte in einem Radio-Interview mit Howard Stern, dass Diana verrückt sei – und trotzdem hätte er gern Sex mit ihr gehabt.


Solche Beispiele machen ganz klar, was für ein Mann in diesem Präsidenten steckt.


Bis nächste Woche!
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Steven Montero beobachtet die wöchentlichen Eskapaden des US-Präsidenten ganz genau. Diese Woche: Trump spielt sich beim Nato-Gipfel erneut als Geldeintreiber auf - zu recht?

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