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US-Präsident vs. Pentagon Trump feuert beispiellose Breitseite gegen eigene Militärführung

Angriff auf seine eigene Militärführung: US-Präsident Donald Trump vor dem Weißen Haus in Washington
Angriff auf seine eigene Militärführung: US-Präsident Donald Trump vor dem Weißen Haus in Washington
© Mandel Ngan / AFP
Eigentlich versucht Donald Trump gerade, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass "niemand mehr Respekt" vor dem US-Militär hat, als er. Sein Auftritt jetzt vor dem Weißen Haus dürfte da wenig hilfreich gewesen sein.
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Nur wenige Tage nachdem Donald Trump vom US-Magazin "The Atlantic" vorgeworfen wurde, er habe amerikanische Soldaten und Kriegsveteranen beleidigt, hat der US-Präsident die höchsten Militärs des Landes öffentlich scharf attackiert. Bei einer Pressekonferenz im nördlichen Portikus des Weißen Hauses beschuldigte Trump am Montag (Ortszeit) die Führungskräfte im Verteidigungsministerium, Kriege zu führen, nur um die Gewinne der Rüstungsunternehmen zu steigern.

Donald Trump attackiert Kommandeure im Pentagon

"Ich sage nicht, dass das Militär mich liebt; die Soldaten tun es", erklärte der oberste Befehlshaber der US-Streitkräfte. "Die Spitzenleute im Pentagon tun es wahrscheinlich nicht, weil sie nichts anderes machen wollen, als Kriege zu führen, damit all diese wunderbaren Unternehmen, die die Bomben herstellen und die Flugzeuge herstellen und alles andere herstellen, glücklich bleiben."

Unter seiner Führung zögen sich die USA aus "den endlosen Kriegen" zurück und die Soldaten würden nach Hause geholt, sagte Trump und fügte hinzu. "Einige Leute kommen nicht gerne nach Hause. Einige Leute geben gerne weiter Geld aus."

Trumps Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der US-Präsident die Öffentlichkeit gerade davon überzeugen, will, dass er sich nicht, wie von "The Atlantic"-Chefredakteur Jeffrey Goldberg behauptet, abfällig über Armeeangehörige geäußert habe. Goldberg hatte am vergangenen Donnerstag berichtet, der US-Präsident habe während einer Frankreichreise im November 2018 im Ersten Weltkrieg gefallenen US-Soldaten als "Verlierer" und "Trottel" bezeichnet. Die Nachrichtenagentur Associated Press und mehrere US-Medien, darunter sogar Trumps konservativer Haussender Fox News, haben seither Teile des "Atlantic"-Artikels bestätigt.

Bei der Pressekonferenz am Montag bestritt Trump die Vorwürfe erneut. "Die Geschichte ist ein Schwindel", erklärte der 74-Jährige. "Nur ein Tier würde so etwas sagen. Es gibt niemanden, der mehr Respekt nicht nur vor unserem Militär hat, sondern auch vor Menschen, die beim Militär ihr Leben verloren haben."

Sorge im Pentagon wächst offenbar

Nach Angaben von CNN ist das Verhältnis zwischen Trump und der militärischen Führung des Landes, einschließlich Verteidigungsminister Mark Esper, schon seit längerer Zeit angespannt. Aber mittlerweile seien die obersten Kommandeure des Pentagons zunehmend erschöpft und besorgt wegen ihrer problematischen Beziehung zum Präsidenten, berichtete der US-Sender unter Berufung auf mehrere Beamte des Ministeriums.

Trumps Aussagen im Portikus des Weißen Hauses dürften die Sorge noch vergrößert haben. "Die Äußerungen des Präsidenten über die Beweggründe der militärischen Anführer sind nicht nur eine Herabwürdigung ihres Dienstes und des Dienstes derer, die sie führen", kritisierte der frühere Konteradmiral der US-Marine John Kirby Trump bei CNN. "Er verleiht genau der Verachtung und Rücksichtslosigkeit Glaubwürdigkeit, die er zu leugnen versucht."

Quellen: Factbase, CNN


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