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US-Raketen in Syrien: Trump twittert "Mission Accomplished!" - und das Pentagon rudert zurück

Donald Trump feiert erwartungsgemäß den Militärschlag in Syrien - und verstieg sich sogar zu einem frenetischen "Mission Accomplished". Beim Pentagon klingt das nicht ganz so enthusiastisch.

Donald Trump James Mattis Syrien

Donald Trump und sein Verteidigungsminister James "Mad Dog" Mattis sind sich bei der Syrien-Strategie nicht ganz einig

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Von Donald Trump ist man es gewöhnt, dass er die eigenen Erfolge gerne etwas größer ausmalt. Auch den Raketen-Schlag in Syrien feierte er natürlich entsprechend. Mit seiner Wortwahl dürfte er sich allerdings vergriffen haben. "Mission Accomplished!" twitterte er kurz nach dem Schlag - und weckt damit bei vielen US-Amerikanern schlechte Erinnerungen. Auch das Pentagon ist bei der Einschätzung der Lage lieber etwas vorsichtiger.

Die Phrase "Mission Accomplished" ist in den USA wohl für immer negativ konnotiert. Das letzte Mal, als ein US-Präsident mit diesen Worten einen Militärschlag feierte, ging es gehörig in die Hose. George W. Bush stand 2003 auf einem Flugzeugträger und erklärte in Bomberjacke den Irak-Krieg als erfolgreich beendet - gerade einmal sechs Wochen nach Beginn der Invasion. Kein Wunder, dass es für die Amerikaner wirkt, als hätte man gerade den Krieg in für beendet erklärt.

Pentagon ist zurückhaltender

Im Pentagon drückt man sich entsprechend lieber vorsichtig aus. Der Angriff verlief nach Angaben von Vertretern der Behörde gegenüber Journalisten nach Plan. Demnach hätten alle 105 eingesetzten Raketen ihr Ziel getroffen, es habe keine zivilen Opfer gegeben, "das Herz" von Assads Giftgasproduktion sei getroffen. "Wir haben die von uns gesteckten Ziele erreicht", erklärte Sprecherin Dana White. Nach der Aussage des Präsidenten gefragt, fügte sie nach Angabe von "Daily Beast" hinzu: "Insofern ist es Mission Accomplished."

Ob das aber auch für die allgemeine Strategie der Fall ist, lässt sich noch gar nicht sagen. Schließlich ist das erklärte Ziel des Angriffs, Assad von einem weiteren Giftgas-Einsatz abzuhalten. "Ich würde nicht sagen, dass sie nicht in der Lage sein werden, in Zukunft einen chemischen Angriff zu starten", schätzte Whites Kollege General Frank McKenzie die Lage ein. Assad würde es sich seiner Ansicht nach aber sicher gut überlegen. Ob das wirklich der Fall ist, wird sich zeigen müssen.

James Mattis hält Donald Trump zurück

Trump hatte sich Berichten zufolge wohl mehr erhofft. Nach Angaben des "Wall Street Journal" soll er Verteidigungsminister James "Mad Dog" Mattis zu weiteren Attacken gedrängt haben. Der wollte es jedoch vorerst bei einem Schlag belassen, um die Gefahr einer weiteren Konfrontation mit Russland zu minimieren. Trump hatte bei einer Pressekonferenz dagegen von einer "andauernden Reaktion" gesprochen, berichtet "CNBC".

Wie die USA auf einen weiteren Einsatz von Chemiewaffen reagieren will, machte allerdings UN-Botschafterin Nikki Haley klar. Trump habe ihr erklärt, dass die USA bei einem weiteren Giftgas-Einsatz des Regimes sofort bereit wären, zuzuschlagen, sagte sie laut der "Washington Post" bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates. "Wenn unser Präsident eine rote Linie zieht, setzt er diese auch durch."

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mma