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"Sehe ich nicht für mich" Donald Trump und die Maske – ein Dauerdrama in neun Zitaten

Donald Trump ohne Maske
Eine Maske ist nichts für jeden: Donald Trump und Jerome Adams (r.), Leiter des öffentlichen Gesundheitswesens im Rosengarten des Weißen Hauses
© Brendan Smialowski / AFP
Knickt er ein? Wochenlang hat Donald Trump die Mund-Nasen-Bedeckung abgelehnt, verspottet und höchstens anderen empfohlen. Nun räumt er ein: "Ich bin voll für Masken". Das heißt aber nicht, dass der US-Präsident künftig maskiert auftreten wird.

Gibt Donald Trump etwa seine hartnäckige Abwehrhaltung gegenüber der Mund-Nasen-Bedeckung auf? "Ich bin voll für Masken", sagte der US-Präsident jetzt in einem Interview mit dem Sender Fox Business. "Tatsächlich habe ich schon Masken getragen. Ich mochte auch, wie ich damit aussehe. Es war eine dunkle, schwarze Maske und ich fand, das sieht ok aus. Ich sah aus wie der Lone Ranger. Also, ich habe kein Problem damit und wenn sich die Leute damit wohl fühlen, sollen sie eine tragen."

Donald Trump empfiehlt Schal statt Maske

Abgesehen davon, dass er wohl eher nicht den Lone Ranger gemeint hat, (der trägt, wie die Panzerknacker, eine Maske um die Augen herum), ist diese Äußerungen eine der wenigen, in denen sich der US-Präsident fast schon wohlwollend über den Corona-Schutz äußert. Wobei: Seit Ausbruch der Pandemie Anfang März hat Trump schon so gut wie alles über den Mund-Nasen-Schutz gesagt, wie eine Auswahl seiner Statements zeigen:

Es muss keine Maske sein. Ihr könnt auch einen Schal nehmen. Ihr könnte irgendwas über eure Gesichter ziehen. Je nach Material sind Schals in gewisser Weise sogar besser, das empfehlen auch Experten. Ich sehe nicht, wo das schadet.

(Trump am 1. April im Weißen Haus)

Das mit den Masken sollte freiwillig sein. Ihr könnt sie tragen, aber ihr müsst es nicht. Ich habe entschieden, es nicht zu tun. Einige Leute möchten es vielleicht tun und das ist in Ordnung. Ich für mich sehe es nicht, wenn ich Präsidenten, Premierminister, Diktatoren, Könige, Königinnen treffe.

(Anfang April vor Journalisten)

Ich habe kein Problem damit, eine Maske zu tragen. Es ist aber die Frage, ob dies sinnvoll ist, wenn ich eine Rede halte.

(Trump am 1. Mai auf die Frage, ob er bei einer Reise nach Arizona eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen wird)

Ich glaube nicht, dass ich es tun werde, denn es würde die falsche Nachricht senden. Die Leute könnten denken, ich wäre zu sehr mit meiner Gesundheit beschäftigt, statt mit der schnellen Wiederöffnung der Wirtschaft. Außerdem würde ich lächerlich aussehen.

(Trump zu Vertrauten, nachdem die US-Gesundheitsbehörde am 7. Mai das Tragen von Masken empfohlen hatte)

Ich brauche keine Maske. In meinem Fall - ich komme niemandem so nahe.

(Trump nach Verkündung einer Maskenpflicht im Weißen Haus am 11. Mai)

Ich hatte mein Gesicht bedeckt, aber ich wollte der Presse nicht die Freude machen, das zu sehen.

(Trump nach einem Rundgang einer Ford-Fabrik in Michigan Ende Mai)

Es ist, als wäre sein ganzes Gesicht bedeckt. Es ist, als hätte er einen Rucksack über sein Gesicht gestülpt.

(Trump über Joe Biden, der mit schwarzer Maske und Sonnenbrille abgelichtet worden war)

Bei Masken geht es nicht um öffentliche Gesundheit, sondern um soziale Kontrolle. Das Bild von Biden (Präsidentschaftskandidat in spe der Demokraten, d. Red.) in schwarzer Maske unterstützt die Kultur des Schweigens, der Sklaverei und des sozialen Todes.

(Tweet des konservativen Kolumnisten Lee Smith, den Trump Ende Mai auf seiner Twitter-Seite gepostet hat)

Manche tragen keine Gesichtsmasken, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, sondern um ihre Ablehnung meiner Person zu signalisieren. Und sie fummeln die ganze Zeit damit herum. Legen ihren Finger auf die Maske und nehmen sie ab. Dann berühren sie ihre Augen und ihre Nase und ihren Mund. Und dann wissen sie nicht, wie sie es sich eingefangen haben?

(Trump in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" Mitte Juni)

Mit dem für seine Verhältnisse überraschend deutlichen Ja zur Maske, reagiert der US-Präsident wohl auch auf den Druck seiner eigenen Leute. Tochter Ivanka hat schon vor vielen Wochen Anleitungen zum Maskennähen gegeben. Sohn Donald Jr. rät mittlerweile ebenfalls öffentlich zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung. Und auch führende Republikaner wie der mächtigste Senator Mitch McConnell fordern Trump auf, seiner Vorbildfunktion nachzukommen, und bei Auftritten Maske zu tragen. Doch der Präsident bleibt (Stand 3. Juli 2020) seiner Linie treu: "Ich werde ständig getestet, ich brauche das nicht", so Trump bei Fox Business.

Quellen: Business Insider, Fox Business, DPA, AFP, CNBC, NBC, CNN, The Hill, Donald Trump auf Twitter


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