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Coronavirus im Weißen Haus Keine Masken, kein Abstand: Trump und sein Sicherheitsteam missachten Hygieneregeln

Donald Trump leitet Sitzung im Weißen Haus
Bei der Sitzung im Kabinettssaal wurden die Hygieneregeln von Donald Trump und seinen Mitarbeitern offensichtlich missachtet
© Patrick Semansky/AP / DPA
Sie tragen keinen Mundschutz und sitzen zu nah beieinander: US-Präsident Donald Trump und sein Sicherheitsteam haben sich erneut über die Corona-Schutzmaßnahmen hinweggesetzt. Und das, obwohl das Virus längst das Weiße Haus erreicht hat.

Das Coronavirus hat auch das Weiße Haus erreicht: Bisher sind zwei Fälle im Umfeld von US-Präsident Donald Trump bekannt. Nach einem Mitarbeiter von Trump wurde auch Katie Miller, die Sprecherin von Vize-Präsident Mike Pence, positiv auf das Virus getestet. Doch auch wenn die Einschläge näherkommen – im Weißen Haus wird die Gefahr offenbar immer noch nicht ernstgenommen.

Diesen Schluss lässt zumindest ein Foto einer Sitzung im Weißen Haus am Samstag zu. An dem Meeting des Sicherheitsteams nahmen neben Trump unter anderem auch Außenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister Mark Esper sowie verschiedene Militärvertreter teil. Dabei sollten sicherheitspolitische Themen diskutiert werden. Was aber an dem Bild aus dem Kabinettssaal des Weißen Hauses vor allem auffällt: Weder tragen die Teilnehmer Masken noch halten sie den Sicherheitsabstand ein.

Trump missachtet Vorsichtsmaßnahmen 

Dass der Präsident und seine Regierungsmitglieder die Empfehlungen der Gesundheitsexperten so eklatant missachten, lässt viele US-Bürger fassungslos zurück. "Ich verstehe es nicht", schrieb der Journalist Conor Friedersdorf auf Twitter. "Wenn Mitarbeiter dieser Leute positiv getestet werden, warum trifft man sich dann in einem geschlossenen Raum ohne Masken?" Zuvor hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, noch versichert, es gebe in der Regierungszentrale strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Andere User wiesen darauf hin, dass Spitzenpolitiker regelmäßig getestet werden und sich daher offenbar nicht an Vorsichtsmaßnahmen halten müssten, während für den Rest der Bevölkerung die Testkapazitäten oft nicht vorhanden seien. Präsident Trump wolle zwar den Lockdown in den USA lockern, stelle aber mit Bildern wie diesen ein schlechtes Vorbild für die Einhaltung der Schutzmaßnahmen dar.

Scharfe Kritik von Barack Obama an Donald Trump

Es ist nicht das erste Mal, dass der sorglose Umgang mit der Corona-Gefahr Trump, seine Minister und seine Mitarbeiter in die Schlagzeilen bringt. Vize-Präsident Mike Pence hatte bei einem Besuch in einem Krankenhaus Ende April als einziger keine Schutzmaske getragen und sich hinterher reumütig geäußert. Auch von seiner Sprecherin Katie Miller kursieren in diesen Tagen Bilder, wie sie bei Gesprächen mit Journalisten auf eine Maske verzichtet hatte – wenig später wurde sie positiv auf das Coronavirus getestet.

Der Präsident selbst steht nimmt die Lage trotz der Fälle im Weißen Haus gelassen. "Ich mache mir keine Sorgen. Ich tue, was ich tue", sagte Trump laut "Washington Post" bei einem Treffen mit republikanischen Kongressabgeordneten im Weißen Haus. Sein Vorgänger Barack Obama übte scharfe Kritik am Krisenmanagement des Staatsoberhaupts und nannte Trumps Corona-Politik "eine absolut chaotische Katastrophe". In den USA gibt es nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität aktuell rund 1,3 Millionen Infizierte und mehr als 77.000 Todesfälle. 

Quellen: The White House auf Twitter / CNN / "Washington Post"

epp

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