Wenn er nicht im Weißen Haus oder auf Reisen ist, hält sich Donald Trump meist in seinem Privatklub Mar-a-Lago auf. Das luxuriöse Anwesen in Palm Beach, Florida, ist natürlich stark gesichert – auch wenn der US-Präsident gerade nicht anwesend ist.
Dennoch gab es bis vor Kurzem Unterschiede: Befand sich Trump in Mar-a-Lago, galt der Luftraum über dem Gelände als Flugverbotszone. Die Maschinen flogen also über die Anwesen seiner Nachbarn, unter denen es viele Millionäre und Milliardäre gibt. War Trump unterwegs, konnten die Nachbarn auf einen geringeren Geräuschpegel hoffen.
Doch damit ist es jetzt vorbei. Der Secrect Service, der für die Sicherheit des Präsidenten verantwortlich ist, hat dessen Residenz dauerhaft zur Flugverbotszone erklärt – unabhängig davon, ob Trump sich dort gerade aufhält oder nicht. Die Regelung soll mindestens bis zum Oktober gelten, berichtet die "Washington Post".
Donald Trump bemühte sich schon lange um Umleitung der Flüge
Bei den Nachbarn Trumps sorgt das für mächtig Unmut. Nancy Pullum, die das Bürgerkomitee gegen Flughafenlärm leitet, beschwerte sich in der "Washington Post", es habe keine Vorwarnung gegeben: "Es ist einfach passiert. Niemand wusste davon." Sie schildert die Lärmbelästigung durch die Flieger: "Es ist, als würden sie genau über mir beschleunigen. Man bringt den Müll raus – und plötzlich merkt man, dass ein Flugzeug genau über deinem Kopf ist, und man kann seinen Bauch sehen."
Auch auf politischer Ebene gibt es Unverständnis. Gregg Weiss, Mitglied der Kreisverwaltung in Palm Beach, unterstützt zwar die "No-Fly-Zone", wenn der Präsident sich in Mar-a-Lago aufhält. "Aber wenn er nicht hier ist, warum? Was ist dann das Problem?", fragt der Lokalpolitiker.
Das fast hundert Jahre alte Anwesen gehört seit 1985 Donald Trump. Auch als Präsident verbringt Trump dort viel Zeit, empfängt immer wieder auch Gäste in seinem Privatclub. Um die nun eingerichtete Flugverbotszone hatte sich der Präsident laut des Berichts der "Washington Post" schon lange bemüht. Vor seiner ersten Präsidentschaft soll er bereits mit mehreren Klagen gegen den Flughafen und die Behörden versucht haben, die Routen von Flügen, die über sein Haus gehen, zu ändern.