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Regierungsbericht: America-first? Donald Trumps Leibwächter kleiden sich lieber in Mexiko ein

Geht es nach Donald Trump, sollen US-Behörden US-Produkte erwerben. Leider aber sind die oft so teuer, dass Ämter wie der Secret Service oder das Heimatschutzministerium ihre Uniformen lieber im benachbarten Mexiko kaufen.

Donald Trump beim Secret Service

Donald Trump und Gattin Melania besuchen das Secret-Service-Ausbildungszentrum in Beltsville, Maryland

US-Behörden befinden sich etwas in der Klemme. Einerseits sind sie angehalten, möglichst wenig Steuergelder auszugeben, andererseits sind sie angehalten, Steuergelder für amerikanische Produkte auszugeben. Nur leider ist Made in USA meist teurer als zum Beispiel Made in Honduras, weswegen eine ganze Reihe von Ämtern dann doch lieber im Ausland einkauft und somit dem "Buy-American"-Wunsch des Weißen Hauses nicht nachkommt, wie ein Regierungsbericht nun enthüllt.

Die Uniformen kommen vor allem aus Mexiko

Konkret geht es in der 37-seitigen Untersuchung um die Herkunft von Uniformen für die Mitarbeiter des Secret Service, der Homeland Security und anderer Behörden. Der Großteil der offiziellen Kleidung stammt aus Mexiko, El Salvador und Honduras und die restlichen 42 Prozent aus den USA selbst. Bei der Transportsicherheitsbehörde stammen sogar 70 Prozent der Uniformen aus Mexiko. Seit 2014 haben die Amerikaner 75 Millionen Dollar dafür in den Nachbarländern ausgegeben.

An sich sollte das keine große Sache sein. Allerdings sind die Vollstreckungsbehörden dazu verpflichtet, ihre Textilien auf dem heimatlichen Markt zu erwerben. US-Präsident Donald Trump hatte im Frühjahr ein Dekret erlassen, nach dem US-Firmen bei staatlichen Aufträgen bevorzugt werden sollen. Behörden sind dazu angehalten, die Umsetzung des Erlasses zu prüfen - was nun geschehen ist. Offenbar mit ernüchterndem Ergebnis.

Made in USA kostet das Anderthalbfache

Bei Homeland Security, so heißt es in der Untersuchung, sei man sich zwar darüber bewusst, gegen die Regeln zu verstoßen, gleichzeitig aber gebe es so viele Ausnahmen, dass es kaum Konsequenzen geben dürfte. Zudem rechnet das Heimatschutzministerium mit Mehrkosten von bis zu 150 Prozent, sollte es die Bekleidung für seine Bediensteten ausschließlich aus den USA beziehen. Das wolle man dem Steuerzahler nicht zumuten.

Dass der Großteil der Regierungsuniformen ausgerechnet aus Mexiko stammt, dürfte Donald Trump wurmen. Der US-Präsident will mit seiner "America first"-Politik die US-Wirtschaft in allen Bereichen bevorzugen. So hatte er das Freihandelsabkommen Nafta als "unfair" bezeichnet und nach seiner Amtsübernahme gekündigt. Tatsächlich aber zeigen verschiedene Studien, dass es die mexikanischen Textilarbeiter sind, die unter Nafta leiden. Ihre Löhne sind seit der Einführung 1998 um fast 30 Prozent gesunken. 

nik