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Immobilienbetreiber Reed Cordish Donald Trumps neuer Berater soll gezielt Schwarze vertrieben haben

Donald Trump
Donald Trump sorgt nicht nur mit seinen Auftritten für Aufsehen, auch einige seiner Personalentscheidungen sind umstritten
© Evan Vucci/AP/DPA
Mit seinen Personalentscheidungen hat Donald Tump nicht immer ein glückliches Händchen: Die Firma seines neuen Technologie-Beraters Reed Cordish soll gezielt gegen Schwarze vorgehen. Zwei Klagen laufen bereits.

Mit seinen Personalentscheidungen hat Donald Trump schon vor seinem Amtsantritt viele Amerikaner irritiert. In seinem Kabinett und Beraterstab finden sich umstrittene Leute wie Jeff Sessions (Justizminister), der wegen rassistischer Äußerungen einst nicht Richter werden durfte oder Stephen Bannon, Ex-Chef der rechten US-Seite Breitbart News. Nun hat der künftige Präsident wieder jemanden in sein Team geholt, der ein Problem mit nicht-weißen Mitbürgern zu haben scheint, wie das US-Magazin "Daily Beast" berichtet.

Donald-Trump-Berater für Technologie

Reed Cordish heißt der Mann, der Donald Trump unter anderem in technologischen Fragen beraten soll. Cordish ist über seine Immobilienfirma teilweise mit Trumps Schwiegersohn Jared Kusher verbandelt, aber größere Probleme könnten ihm zwei Klagen bereiten, nach denen Cordish gezielt gegen Afro-Amerikaner vorgeht. So wird er von einem Mann beschuldigt, Weiße angeheuert zu haben, die ihn körperlich attackiert hätten. In einem anderen Fall von 2014 klagen zwei Männer gegen den Immobilienentwickler, weil seine Angestellten sie mit Schlägen und Beleidigungen aus einem seiner Clubs vertrieben haben sollen - mit den klaren Ziel, den Ort von Schwarzen zu "säubern".


Ort der angeblichen Vorfälle sei der "Power and Light District" in Kansas City gewesen, das Cordish betreibt. Dabei handelt es sich um Gebäudekomplex in dem sich unter anderem Shopping-Malls, Kinos, Restaurants und Discos befinden. "The Daily Beast" schreibt, unter der afroamerikanischen Bevölkerung genieße die Ecke einen schlechten Ruf, weil die Inhaber offenbar kein Geheimnis daraus machten, dass Schwarze dort unerwünscht seien. Im Volksmund werde sie deswegen auch "Power and White District" genannt - in Anspielung auf die rassistische "White-Power"-Bewegung. Reed Cordish selbst weist jegliche Vorwürfe zurück.

Code-Wort "Urban" für Schwarze

Ehemalige Angestellte jedoch stützen die Beschuldigungen. Christina Martinez, die in einem der Clubs gearbeitet hat, wird in "The Daily Beast" mit den Worten zitiert, dass Cordish Code-Wörter für Afroamerikaner benutzt habe. So sollen sie von ihm als "Urbans" oder "Kanadier" bezeichnet worden sein. Sie sei auch Zeuge gewesen, wie einer der Vizepräsidenten des Unternehmens ins DJ-Mikrofon gesagt habe, die "scheiß Nigger-Musik auszumachen". Ein anderer Beschäftigter, selbst Afroamerikaner, sagte, er wurde von diesem Vizepräsidenten persönlich bedroht, wenn Schwarze in dem Club auftauchten.

Um Schwarze aus dem Power and Light District zu vertreiben, seien laut Christina Martinez so genannte "Rabbits" engagiert worden. "Das waren junge Männer, die mit Bargeld und Freigetränken bezahlt wurden. Ihre Aufgabe war es, durch den District zu laufen, um gezielt die Konfrontation mit Schwarzen zu suchen", so Martinez. Einer dieser so genannten "Rabbits" hat die Vorgänge bereits vor Gericht bestätigt, so "Daily Beast". Das Trump-Team selbst will von den Anschuldigungen nichts wissen und verweist auf ein bereits bestehendes Urteil in der Sache: "Die Vorwürfe gegen das Unternehmen entbehren jeder Grundlage und auch gerichtlich wurden keine Verstöße festgestellt.

nik

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