HOME

Douglas Lute: US-Präsident beruft Kriegskoordinator

US-Präsident George W. Bush hat einen neuen Kriegskoordinator für den Irak und Afghanistan berufen. Trotz allen Lobes war der Generalleutnant Douglas Lute nicht die erste Wahl für den Posten.

US-Präsident George W. Bush hat nach einer langen Suche einen Kandidaten für den neuen Posten des Kriegskoordinators für Irak und Afghanistan gefunden. Der 54-jährige Generalleutnant Douglas Lute solle die verschiedenen Ministerien und Behörden auf gemeinsame Ziele ausrichten, teilte Bush am Dienstag mit. Lute hatte im Central Command Kampfeinsätze in beiden Kriegsschauplätzen geleitet. Seine Ernennung muss noch vom Senat bestätigt werden, der von den Demokraten kontrolliert wird. Kritiker warfen Bush vor, die Verantwortung abgeben zu wollen. Presseberichten zufolge hatten mehrere Kandidaten zuvor den Posten abgelehnt.

"General Lute ist ein äußerst fähiger Befehlshaber, der den Krieg und Regierungen versteht und weiß, wie man Dinge geschafft kriegt", lobte Bush den Drei-Sterne-General. Bushs Sprecher Tony Snow sagte, Lute werde eng mit dem Nationalen Sicherheitsberater Stephen Hadley zusammenarbeiten. Auch soll er dafür sorgen, dass insbesondere das Außen- und Verteidigungsministerium auf einer Linie liegen. In der Vergangenheit hatten sie zum Teil eigene, gegenläufige Interessen verfolgt. Lute berichtet direkt an den Präsidenten.

"Religiöser irakischer Bürgerkrieg"

"Es ist jetzt an Generalleutnant Lute, die gescheiterte Politik des Präsidenten im Irak rückgängig zu machen und der Region eine große Portion Diplomatie zu bringen", sagte Jon Soltz von einer Veteranen-Gruppe. Dann könne damit begonnen werden, die amerikanischen Soldaten aus dem "religiösen irakischen Bürgerkrieg" zurückzuholen. Im Irak sind bislang 3300 US-Soldaten gefallen. Bush steht wegen der schwindenden Zustimmung der Bevölkerung für den Irak-Krieg unter Druck.

Der "Washington Post" zufolge hatten im April mindestens drei frühere Vier-Sterne-Generäle den Posten abgelehnt. Hintergrund seien Sorgen über den Verlauf des Krieges. "Das ganz grundsätzliche Problem besteht darin, dass sie keine keine Ahnung haben, wo zum Teufel sie hingehen", hatte der ehemalige General John J. Sheehan dem Blatt erklärt. "Statt da 'rüber zu gehen, ein Magengeschwür zu bekommen und früher oder später wieder wegzugehen habe ich 'Nein, Danke' gesagt."

Steve Holland/Reuters / Reuters