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Dutzende Tote im Jemen: Attentäter stammen überwiegend aus Saudi-Arabien

Mehr als 50 Menschen sind bei einem Anschlag im Jemen gestorben, unter den Toten sind auch zwei Deutsche. Ersten Ermittlungen zufolge wurde der Anschlag von einer Gruppierung von al Kaida organisiert.

Der Anschlag auf das jemenitische Verteidigungsministerium, bei dem am Donnerstag auch zwei Deutsche getötet wurden, wurde ersten Ermittlungen zufolge überwiegend von Extremisten aus dem Nachbarland Saudi-Arabien verübt. Das teilte die zuständige Ermittlungskommission in einem vorläufigen Bericht mit, der am Samstag von jemenitischen Medien verbreitet wurde. Die Angreifer hätten Militäruniformen getragen, hieß es weiter. Nach dem Angriff auf das Ministerium in der Hauptstadt Sanaa und ein dazu gehöriges Krankenhaus seien die Leichen von zwölf Angreifern gefunden worden.

Die Angreifer töteten den Angaben zufolge 56 Menschen, unter ihnen mehrere Ausländer, und verletzten 215 weitere. Zunächst hatten die Behörden von 52 Todesopfern und mehr als 160 Verletzten gesprochen. Auch drei Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), darunter zwei Deutsche, wurden getötet. Die Bundesregierung erhöhte daraufhin die Krisenstufe für den Jemen und verfügte, staatliche Entwicklungshelfer müssten das Land verlassen.

Al Kaida hat den Sicherheitsapparat durchdrungen

Zu dem Anschlag bekannte sich am Freitag die Islamistengruppe al Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP). Das Verteidigungsministerium sei angegriffen worden, weil es erwiesenermaßen "Drohnenkontrollräume und US-Experten" beherbergt habe, hieß es in einer Erklärung im Internet. Unbemannte Flugzeuge der US-Streitkräfte greifen regelmäßig mutmaßliche Aufständische an, die im Süden und Osten des Jemen gegen die Regierung kämpfen.

Der jemenitische Sicherheitsexperte Said al Dschamhi sagte, der Angriff zeige, wie sehr al Kaida die Sicherheitsapparate durchdrungen habe. Das Terrornetzwerk habe Zugang zu "Informationen auf höchster Ebene".

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