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Eine Stadt steht auf: "Mumbai, ich liebe dich!"

Der blutige Terror hat Mumbai, die quirlige indische Metropole, bis ins Mark getroffen. Die Geschichten vieler Opfer und mancher Helfer zeugen von einem Alptraum - und von Helden. Wie geht das Leben im früheren Bombay weiter? stern.de-Kolumnistin Swantje Strieder berichtet von einem verwundeten Ort, dessen Bewohner sich mit einem berührenden Motto aufrappeln.

"Schon wieder eine Detonation. Eine Granate oder Bombe. Ich kann Dich kaum noch verstehen ... Die Wände unseres Altbaus wackeln, die Straßenlaternen schwanken ... Ich sehe die Silhouetten der Terroristen gegenüber im 5. Stock. Vielleicht sind es auch die Soldaten ... Rauch überall. Im Taj brennt es wieder." So lautete der dramatische Bericht von Marika K., einer deutsch-griechischen Freundin. Sie wohnt nur 50 Meter Luftlinie von dem Luxushotel Taj Mahal entfernt, den 60-Stunden-Terror von Mumbai musste sie allein mit ihren zwei Kindern, Babysitter und Hund aushalten. Ihr Mann, Geschäftsführer einer Hamburger Exportfirma, war gerade auf Dienstreise. Ob sie Angst habe? Nein, eigentlich nicht, sagte sie. "Aber es ist schrecklich, die Schreie der armen Menschen zu hören. Sie stehen an den Fenstern, versuchen, sich mit Gardinen abzuseilen und hoffen, dass die Feuerwehr ihnen hilft. Einer hat sich herabgestürzt, das konnten wir im Dunkeln nur erahnen."

Marikas Familie kam mit dem Schrecken davon - viele andere nicht, als jene mindestens zehn islamistische Terroristen, die höchstwahrscheinlich aus Pakistan stammen, die Film- und Finanzmetropole Mumbai in der vergangenen Woche in ein Kriegsgebiet verwandelten.

"Princess TamTam" ist tot

Fast 200 Todesopfer hat das Blutbad, hat 11/26, gefordert, darunter drei Deutsche. Was für die Mumbaier Szene als ein heiterer Abend in den Restaurants der Luxushotels Taj Mahal und Oberoi Trident oder im Café Leopold begann, endete als Katastrophe.

Zu den Opfern gehörten die bekannte französisch-indische Designerin Loumia Hirijee, Erfinderin der Dessousmarke "Princess Tam Tam", und ihr Mann Mourad Amarsi. Das kreative Unternehmerpaar war erst vor einem Jahr von Paris nach Mumbai gezogen. Die drei Kinder, zwischen sechs und zwölf Jahre alt, sollten Indien kennenlernen, das Land ihrer Großeltern. "Wollen wir nicht noch zusammen essen gehen?", fragte die temperamentvolle Designerin französische Freunde nach einer Vernissage. Die lehnten ab. Zu müde. Das rettete den Freunden das Leben. Um kurz nach neun ließ der Chauffeur Hirijee und Amarsi im Oberoi-Trident-Hotel am Marine Drive aussteigen. Kurze Zeit später, um 9.57 Uhr, fallen die ersten Schüsse im Fünf-Sterne-Hotel. Einen Tag und zwei Nächte wartet der Fahrer ebenso verängstigt wie pflichtbewusst vor der Absperrung. Er schläft im Auto, wäscht sich nur notdürftig. Erst als die Sicherheitskräfte das Hotel zurückerobern und 23 Leichen heraustragen, hat er traurige Gewissheit: Die Erfinderin von 'Princess TamTam' ist tot. Sie war mit vier Schüssen hingerichtet worden. Auch ihr Mann war getötet worden. Ihn hatte eine Kugel in den Rücken getroffen.

Die Geschichte einer Retterin

Bombay sei keine schöne Stadt, sagte einst Mahatma Gandhi, aber seine Bewohner hätten ein großes Herz. Belege für Gandhis Behauptung gibt es viele. Zuletzt bewiesen die Einwohner der Stadt im Juli 2005 Mut, als bei einer Flutkatastrophe über 400 Menschen ertranken. Es wären viel mehr Opfer geworden, wenn nicht beherzte Slumbewohner sich in die braune Brühe gestürzt hätten, um ihre reichen Mitbewohner aus den versinkenden Autos zu bergen. Auch diesmal gibt es wieder viele Geschichten von Rettern, von Helfern, von Hotelangestellten, Hotelgästen oder Passanten mit Courage. Viele halfen - oder retteten sogar Leben. Menschen wie die Ärztin Tilu Mangeshkar, die nicht im weißen Kittel, sondern im bunten Seidensari half. Sie war auf einen Hochzeitsempfang ins Taj Mahal Hotel geladen gewesen. Während der Schießerei hatte sie voller Angst mit anderen Gästen unter den Tischen gelegen. Als sie endlich über den Flur hätte fliehen können, sah sie einen der Taj-Angestellten mit Bauchschuss. "Die Eingeweide hingen heraus, der Mann war am verbluten!" Ohne steriles Material zur Hand presste die Ärztin die Gedärme mit einer frisch gesteiften Hotelserviette zurück in den Bauch und verband den Verletzten notdürftig. Der Angestellte überlebte. Seine Retterin auch.

Sehnsucht nach besseren Zeiten

"Ein kleiner Vorfall, der in jeder großen Stadt passieren kann," tat R. R. Patil, Innenminister des Bundesstaates Maharashtra, den mörderischen Überfall auf die Finanz- und Filmmetropole ab. Mumbaier haben starke Nerven, sind es gewohnt, mit Terror, Naturkatastrophen und der Unzulänglichkeit ihrer Politiker zu leben. Aber diese Verniedlichung einer Katastrophe war dann doch zuviel der Provokation. Erstmals gab es in den vergangenen Tagen wilde Proteste gegen Politikercliquen, die trotz Terrorwarnungen wenig für die Sicherheit der 18-Millionen-Stadt getan hatten und sich jetzt im Ernstfall als völlig unfähig erwiesen, die Einsätze von Anti-Terror-Gruppen, Heer und Marine zu koordinieren. Mehrere führende Politiker mussten zurücktreten - darunter Regionalpolitiker Patil wie auch sein Namensvetter Shivraj Patil, Innenminister Indiens.

"Es war knapp"

Langsam, eher torkelnd als sicher schreitend, versucht die kosmopolitische Stadt zurück in den Alltag zu finden. Das ungerührte Weitermachen trotz Krisen und Katastrophen, das Beharren auf dem Business-as-Usual-Prinzip war immer eine Stärke der Finanzmetropole, in der sich jeder Bettler für einen Global Player und jeder Straßenhändler sich für einen kommenden Bollywoodstar hält. Und dennoch: Jetzt, nach diesen Angriffen, fällt es Mumbai nicht leicht, Normalität zu spielen. Wer etwa im J.W. Marriott, einem Fünf-Sterne-Hotel im vornehmen Stadtteil Juhu, nur einen Espresso trinken möchte, muss an Scharfschützen hinter Sandsäcken vorbei einen Sicherheitskordon mit Sprengstoff-Schnüffelhunden passieren, eine Leibesvisitation am Tor und drei Handtaschenchecks durchmachen. Der Kaffee am Ende des Security Checks ist hoch verdient.

In der Bahnhofshalle der Victoria Station, einem der Ziele der Terroristen, steht eine munter blinkende elektronische Waage. Gleich daneben sieht man noch dunkelrote Blutflecken am Boden. Sie erinnern an jene Terrornacht vom vergangenen Mittwoch, als 57 Menschen, darunter elf Bahnpolizisten, im Kugelhagel der Terroristen umkamen. "Es war knapp", sagt Mishra, Angestellter der vegetarischen Fast-Food-Kette "Re-Fresh" durch die von Einschusslöchern zersplitterte Glasscheibe. "Ich habe mich hinter den Tresen fallen lassen, als die Terroristen um sich ballerten." Auch 'Wheeler's Bookshop' wurde mehrfach getroffen. Der Mann zeigt auf die vielen Einschusslöcher an den Wänden der Halle. Jenseits dieser Wunden ist der quirlige Alltag am Hauptbahnhof, der wie ein verschnörkelter florentinischer Dom mit sarazenischen Kuppeln wirkt, wieder zurückgekehrt. Fast jedenfalls.

Eine Stadt von Stehaufmännchen

Vor Gleis 18, wo es die meisten Opfer gab, lagern wieder hunderte von Passagieren auf dem blanken Fußboden, Frauen in bunten Saris, Kofferträger mit der weißen Schiffchenmütze, die ihren Curry essen, Großfamilien, die plaudernd auf den nächsten Zug warten. Dabei wurde gerade ein Rucksack voller Sprengstoff in der Gepäckaufgabe entdeckt, ein gefährliches Andenken an die Terroristen, die damit die ganze Station hätten sprengen können. Soweit zur Normalität.

Gegenüber von Ferngleis 14 sitzt Deepika, 21, eine winzige Bahnpolizistin in Khakiuniform und mit rotem Barett. Sie muss aufpassen, wachen - unbewaffnet. "Ich bin Mittwochabend um acht Uhr nach Hause, zwei Stunden später waren mein Chef und zehn Kollegen tot," berichtet sie traurig. Angst? "Warum denn? An diesem Platz kann ich meinen toten Kollegen am besten dienen." "Mumbai meri hai", sagt sie auf Hindi. "Mumbai, ich liebe dich!" Das sagen viele Einwohner der Megastadt in diesen Tagen, obwohl es für Fremde bizarr klingen muss. Nach jedem vermeintlichen K.O.-Schlag haben sich die Mumbaier wie Nachwuchsboxer geschüttelt und sind wieder aufgestanden. Sie sind tough, zäh, hartleibig. Ganz sicher auch dieses Mal. Allem Chaos, Dreck, Lärm und Terror zum Trotz - Mumbai meri hai! Swantje Strieder

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(