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Elfenbeinküste Geringe Beteiligung bei Parlamentswahlen


Die Bewohner der Elfenbeinküste haben acht Monate nach dem Ende des blutigen Machtkampfs zwischen Präsident Alassane Ouattara und seinem Vorgänger Laurent Gbagbo ein neues Parlament gewählt. Die Beteiligung war anscheinend gering.

Sieben Monate nach Ende des blutigen Machtkampfs um die Präsidentschaft im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste haben die Bürger ein neues Parlament gewählt. Die Beteiligung am Sonntag sei gering gewesen, berichteten örtliche Medien nach Schließung der Wahllokale. Die Partei des ehemaligen Staatschefs Laurent Gbagbo boykottierte die Wahl. Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. Erste Ergebnisse werden Anfang der Woche erwartet.

Gbagbo, der sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten muss, hatte sich nach der verlorenen Präsidentenwahl im vergangenen Jahr geweigert, die Macht an seinen gewählten Nachfolger abzugeben. Damit hatte er monatelange Unruhen mit 3000 Toten entfacht. Im April wurde er festgenommen.

Präsident Alassane Ouattara, der das Amt nach Gbagbos Festnahme übernahm, hatte vor Öffnung der Wahllokale zur Ruhe aufgerufen. Rund 2,5 Millionen Menschen haben sich für die Wahl der 255 Abgeordneten registriert. Für Sicherheit sorgten etwa 25 000 Sicherheitsleute und 7000 UN-Soldaten.

Beobachter sahen die Wahl anfangs als einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung der Elfenbeinküste. Doch der Boykott der Gbagbo-Partei Ivorische Volksfront (FPI) weckt Befürchtungen, der Wahlgang werde das seit Jahren gespaltene Land nicht einen können. Der Wahlkampf war von Gewalt überschattet. Erst am Mittwoch waren bei einem Raketenangriff in der Küstenstadt Grand-Lahou drei Menschen ums Leben gekommen.

AFP/DPA DPA

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