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Gbagbo vor dem Internationalen Strafgerichtshof Ivorischer Ex-Präsident nach Den Haag ausgeliefert


Vom Hausarrest zum Internationalen Strafgerichtshof: Der ehemalige Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, ist jetzt im Gefängniskomplex in Den Haag inhaftiert. Er soll sich vor dem Gericht unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.

Der ehemalige Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, ist am Mittwoch im Gefängniskomplex des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag inhaftiert worden. Er sei am frühen Morgen eingetroffen, hieß es aus Ermittlerkreisen. Das Haager Gericht erklärte, gegen Gbagbo gebe es vier Anklagepunkte im Zusammenhang mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er sei mitverantwortlich für Morde, Vergewaltigungen und andere sexuelle Gewalttaten sowie für Verfolgungen und andere "unmenschliche Taten" in seinem Heimatland.

Das Flugzeug mit dem früheren ivorischen Staatschef an Bord war kurz vor 04.00 Uhr in Rotterdam gelandet. Später wurde der 66-jährige Gbagbo in einem Kleinbus zu dem Gefängniskomplex gebracht, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP meldete.

Der IStGH ermittelt parallel zur ivorischen Justiz gegen den früheren Präsidenten wegen Verbrechen während der monatelangen politischen Krise nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl Ende November 2010. In dem Machtkampf zwischen dem langjährigen Präsidenten Gbagbo und seinem Herausforderer Alassane Ouattara wurden laut IStGH mindestens 3000 Menschen getötet.

Gbagbo wurde im April in der Elfenbeinküste festgenommen und war seitdem in einer Residenz in der nördlichen Stadt Korhogo inhaftiert. Im Mai wurde Ouattara schließlich als neuer ivorischer Präsident vereidigt. Er bat den IStGH anschließend, Ermittlungen zu den "schwersten Verbrechen" während des Konflikts aufzunehmen. UN-Experten werfen sowohl Anhängern Gbagbos als auch Kämpfern Ouattaras schwere Vergehen vor.

roh/AFP AFP

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