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Machtwechsel in der Elfenbeinküste UN-Generalsekretär: Ouattara soll Blutvergießen beenden


Nach der Festnahme von Laurent Gbagbo in der Elfenbeinküste hat sich Alassne Ouattara gegen Racheakte an den Anhängern seines Rivalen ausgesprochen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte den international anerkannten Präsidenten auf, ein weiteres "Blubad" zu vermeiden.

Ban habe insbesondere die Notwendigkeit betont, Racheakte an Gbagbos Anhängern zu verhindern, sagte UN-Sprecher Martin Nesirky. Zugleich habe er Ouattaras Ankündigung begrüßt, eine Wahrheits- und Versöhnungskommission einzurichten.

Präsident Alassane Ouattara hatte nach der Beendigung des Konflikts zur Versöhnung aufgerufen. Wenige Stunden nach der Festnahme des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo rief Ouattara die Bevölkerung in einer Fernsehansprache zur Ruhe auf und appellierte an seine Anhänger, auf Gewalt und Rache gegen Gbagbos Parteigänger zu verzichten.

Er versprach eine "neue Ära der Hoffnung" für das Land, das nach den Präsidentenwahlen im vergangenen November in eine schwere Krise geraten war. Er kündigte am Montagabend zudem eine juristische Aufarbeitung der politischen Gewalt während des Konflikts an. Auch Gbagbo hatte am seine Anhänger im Fernsehen aufgerufen, nun die Kämpfe einzustellen.

Während des Machtkampfes waren hunderte Menschen getötet worden und mehr als eine Million vor allem aus der Hafenstadt Abidjan vor der Gewalt geflohen. Nicht nur Gbagbos Sicherheitskräfte sollen Verbrechen begangen haben. Im Westen des Landes wurden nach dem Fund hunderter Leichen Ouattaras Truppen ethnischer Morde bezichtigt.

Die unabhängige Wahlkommission hatte Ouattara im vergangenen November zum Wahlsieger mit 54 Prozent der Stimmen erklärt. Gbagbo weigerte sich jedoch, dieses Ergebnis anzuerkennen. Der Präsident des Verfassungsgerichts, ein Parteifreund Gbagbos, ließ einen Teil der für Ouattara abgegebenen Stimmen annullieren und sprach Gbagbo den Sieg zu. Internationale Vermittlungsversuche und Sanktionen brachten über Monate keinen Ausweg aus der schweren Krise.

Nachdem UN- und französische Hubschrauber bereits am Wochenende die von Ouattara-Truppen umzingelte Gbagbo Residenz angegriffen hatten, stießen am Montag französische Panzerverbände zusammen mit Ouattaras Republikanischen Truppen zu der Residenz vor. Gbagbo ergab sich und befindet sich nun mit seiner Familie im Hauptquartier Ouattaras.

liri/AFP/DPA DPA

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